"Keine Fehlplanung"

Die allgemeinen Einwendungen zur Planung für die Verlegung der Bundesstraße im Bereich Waldsassen/Kondrau sind am Mittwoch im Jugendheim-Saal bearbeitet worden. Stehend Ludwig Wolf bei einer der Wortmeldungen. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
23.07.2015
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Baudirektor Berthold Schneider (Zweiter von links) von der Regierung der Oberpfalz bei allgemeinen Erläuterungen zu Beginn, rechts daneben Markus Weiß. Bild: pz

Der Diskussion ihren freien Lauf ließen die Vertreter der Regierung am Mittwoch im Jugendheim beim Erörterungstermin. Es ging um die allgemeinen Einwendungen. Dann mischte sich Baudirektor Berthold Schneider ein.

Schneider ließ durchblicken, dass die zur Planung vorgelegte Variante das Ergebnis langer und umfangreicher Untersuchung wäre und diese Linie die größte Aussicht auf Genehmigung hätte. Diese Aussage, so Schneider, solle einer abschließenden Bewertung aber nicht vorgreifen. Doch Zweck der Veranstaltung alleine sei es zu klären, "ob die beauftragte Trasse genehmigungsfähig ist."

Seit mehr als 20 Jahren

Denn zuvor ging es in den Beiträgen aus den Reihen der gut 40 Bürger in den Stuhlreihen im Jugendheim-Saal viel um das Geschehen rund um die Historie im Verfahren. Dass es sich über mehr als 20 Jahre hinzieht, ist wiederholt deutlich geworden. Die Planungen beruhten auf Erhebungen aus dem Jahre 1995 und früher; viele Voraussetzungen von damals träfen nicht mehr zu, erklärten Ludwig Wolf und weitere Redner immer wieder.

Einigkeit im Stadtrat

"Warum wurde der Stadtratsbeschluss nicht weiter verfolgt?", fragte Paul Hauer, der an die Einigkeit im Stadtrat und einen Beschluss für die weiträumige Lösung Anfang der 90er Jahre erinnerte. "Die Straßenbauverwaltung hat den Auftrag, die Verbesserungen planerisch zu bearbeiten", erklärte Stefan Noll. Der Vertreter der Straßenbaubehörde antwortete auf die Beiträge der Bürger. Da habe ein Stadtratsbeschluss kein besonderes Gewicht; zumindest kein größeres als andere Träger öffentlicher Belange. Ludwig Wolf rief den Wandel in den Begrifflichkeiten in Erinnerung - von der "Umgehung" zur "innerörtlichen Umgehung": "Eine Kombination, die ist unglaublich." Dann die Bezeichnung "Entlastungsstraße". Doch Bürger würden mit ihr belastet. "Wenn die Straße erst einmal fertig ist, dann ist mit dem dreifachen Lkw-Verkehr zu rechnen." Das Wort "Regionaltrasse" suggeriere eine Funktion für den regionalen Verkehr und beschönige die Situation. "Aber es ist eine internationale Ost-West-Verbindung", erklärte Wolf.

Der Begriff "Regionaltrasse" sei eine griffige Bezeichnung und gewählt worden, weil sie seit langem in regionalen Entwicklungsplänen enthalten sei, erklärte Noll. Er verwies auf den exakten Titel des Projekts "Verlegung der Bundesstraße B 299 bei Waldsassen/Kondrau". Es liege in der Natur der Sache, dass andere Ortsteile mit der neuen Straße mehr belastet wären als jetzt. Noll gestand ein, dass es in der fachplanerischen Abwägung hinsichtlich des "Schutzgutes Mensch" Nachteile gegenüber anderen Trassen gebe. Deshalb sei der Lärmschutz besondere Komponente.

"Nicht mein Freund"

"Herr Noll ist nicht mein Freund, aber ich muss ihm recht geben", sagte Helmut Plommer dazu. Für das Schutzgut Mensch wäre die Kapplwald-Trasse sicher die geeignetere Lösung. Noll verwahrte sich gegen Aussagen, die Bundesstraßenverlegung bei Hundsbach wäre eine "Fehlplanung", wie Elmar Brandl bemerkte. "Das ist definitiv keine Fehlplanung", sagte Noll und verwies auf die landesplanerische Beurteilung. Wann die gewesen sei, fragte Horst Gesell. "Die ist 19 Jahre alt", erklärte Noll unter Gelächter im Saal. "Das ist der Hammer", antwortete Gesell: Damals seien die Entwicklungen bis heute nicht absehbar gewesen. "Ich wohne an der Trasse und werde auch künftig dort wohnen", sagte Barbara Schmid. Auf ihre Anfrage kündigte Noll Nachbesserungen etwa beim Lärmschutz an, falls Prognosen überschritten werden. Die Straßenbaubehörde habe die Vorgaben des Bundesverkehrswegeplanes zu erfüllen. "Das muss nicht zwingend außerhalb des Ortes sein." Damit reagierte Noll auf den Vorwurf, es handle sich um eine unzumutbare Stadt-Durchfahrung. Johannes Schuster brachte wiederholt die Kapplwald-Trasse ins Spiel. "Die Alternative gibt es." Auch durch diese ließen sich die Vorgaben des Bundesverkehrswegeplans erfüllen.Thomas Fischer benannte die Sperrung der jetzigen B 299 für Lkw-Verkehr (wir berichteten). Stefan Noll verwies auf den - negativen - Bescheid aus dem Innenministerium. "Dem habe ich nichts hinzuzufügen."
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