Locker und unverkrampft

Beim Festakt tauschten die Bürgermeister Gastgeschenke aus: Patrik Pizinger überreichte eine Porzellan-Glocke, Bernd Sommer hatte einen Glasteller mitgebracht, gefertigt in der Waldsassener Hütte. Bilder: pz (3)
Lokales
Waldsassen
20.01.2015
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Bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden im Rathaus von Chodov (CZ) zeigte sich sehr schnell: Die Chemie zwischen Bernd Sommer und Patrik Pizinger stimmt.

"Vom ersten Moment an bestand eine Sympathie, auf deren Basis es uns gelungen ist, die Grundsteine für die Städtepartnerschaft zwischen Chodov und Waldsassen zu legen", erklärte Sommer in seiner Ansprache. Er erinnerte an die erste Kontaktaufnahme der Nachbarn im Waldsassener Rathaus.

Am Samstag war die Zusammenarbeit besiegelt worden - bei einem Festakt in Chodov (wir berichteten). Sommer unterstrich dabei, dass davon die Patenschaft Waldsassens für die früheren Bewohner von Chodau unberührt und uneingeschränkt bestehen bleibe. Vielmehr werde diese seit 1956 bestehende Verbindung durch die Partnerschaft zu Chodov um einen starken Partner ergänzt.

Auch Patrik Pizinger wollte die ehemaligen Chodauer mit in die Städtepartnerschaft mit eingebunden wissen: "Ich wäre sehr froh, wenn die Stadt Chodau für diejenigen, die sie in der Vergangenheit freiwillig oder auch unfreiwillig verlassen mussten, ein Platz wäre, wo sich diese alle treffen können, wo sie immer herzlich willkommen sind."

"Wir sollten daraus lernen. Aber wir dürfen uns nicht belasten", sagte Pizinger über das Schicksal der Heimatvertriebenen - ein Begriff, der in Tschechien nicht gerne benützt wird. "Aber ich kann mir das erlauben: Es ist so; sie sind vertrieben worden", sagte Pizinger im Gespräch mit dem NT über das Schicksal der ehemaligen deutschsprachigen Bewohner seiner Stadt. "Wir müssen dazu beitragen, dass so etwas nie wieder vorkommt. Das ist der beste Weg."

Ohne Vorbehalte

"Es ist ein guter Beitrag, damit die Menschen ohne Vorbehalte zusammen kommen und vielleicht vorhandene Hemmnisse abbauen können", sagte Sommer über die Städtepartnerschaft. Es gebe viele Vorhaben, doch im Vordergrund stünden nun vor allem Begegnungen zwischen den Menschen, meinten die Bürgermeister übereinstimmend. Pizinger, der dieses Jahr 40. Geburtstag feiert, spricht fließend deutsch, hat die Sprache während seines Studiums in Hof erlernt. Nach Ostern soll der Abschluss der Partnerschaft in Waldsassen gewürdigt werden. "Die Einladung nehmen wir gerne an." Bürger sollten Waldsassen kennenlernen. Auch beim Bürgerfest werden die Chodover dabei sein - und beim "Menschenkicker" vorm Rathaus antreten oder eine Mannschaft mit den Waldsassenern bilden.
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