Mehr Geld aus Ertragssteuern

Erfreulich entwickelt hat sich das Steueraufkommen am Finanzamt Waldsassen. Die Sachgebietsleiter (von links) Josef Höcht und Manfred Schön sowie Behördenchef Gerhard Hildebrand und Stellvertreter Oskar Kastner analysierten die Zahlen. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
30.01.2015
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Die Runde im Büro des Behördenleiters im ehemaligen Abtschloss ist vollauf zufrieden: Das Steueraufkommen am Finanzamt Waldsassen ist noch einmal gesteigert worden.

Unter der reichlich verzierten Stuckdecke im Büro des Behördenchefs analysierten Gerhard Hildebrand und Stellvertreter Oskar Kastner sowie die Sachgebietsleiter Josef Höcht und Manfred Schön bei einem Gespräch mit dem NT die Zahlen. Das Gesamtsteueraufkommen ist demnach auf rund 164 Millionen Euro angestiegen. Dies entspricht einem Plus von 2,25 Prozent. Bayernweit ist das Steueraufkommen um 5,8 Prozent gewachsen.

Ausreißer nach oben

Dass die enorme Steigerung des Aufkommens im Vorjahr - knapp 13 Prozent - nicht zu wiederholen war, ist den Finanzbeamten klar gewesen. "Das war ein Ausreißer nach oben", stellt Hildebrand fest. Und die gut 5 Prozent Minus 2012 erklären die Experten damit, dass Unternehmer nach der Finanzkrise vorsichtiger agierten - und deswegen die Vorauszahlungen reduzieren ließen. Gegenüber dem Bayern-Schnitt (5,9 Prozent) auffallend ist die deutliche Steigerung bei den Ertragssteuern: Ein Plus von 26,47 Prozent weist die Statistik bei der Einkommensteuer aus.

"Bei der Umsatzsteuer halten sich die Neuanmeldungen in Grenzen", sagt Josef Höcht. Dies liege vor allem daran, dass zum großen Teil die Photovoltaik-Anlagen wegen der geringeren Einspeisevergütungen nicht mehr interessant seien.

Dass die Wirtschaft auch in der Region brummt, lässt sich nach Einschätzung der Experten an der bisherigen Entwicklung gut analysieren. 2012 hatte es bei der Umsatzsteuer im Verhältnis zum Vorjahr eine Delle gegeben - nach Investitionen ein Minus von 23,2 Prozent. "Dies hat wieder zum Anwachsen der Umsätze geführt", sagt Oskar Kastner, der "... eine stimmige Folge des Ganzen" erkennt. Wirtschaftlich gesehen sei dies positiv. "Das Niveau hat sich verstetigt. "Es wird investiert", sagt Gerhard Hildebrand und spricht von einer angenehmen Situation. Vor dem Hintergrund der großen Rahmenbedingungen entwickelten sich die Unternehmen moderat.

"Die fahren auf Sicht aber dafür stetig", findet Kastner. Dies sei auch am Lohnsteueraufkommen erkennbar. Die Zuschläge seien moderat, doch auch die Lebenshaltungskosten seien deutlich geringer als in Ballungszentren. Unterm Strich sei die Lebensqualität in der Grenzregion nicht schlecht, so das Fazit.

Chefs und Abteilungsleiter unterstreichen, dass im öffentlichen Dienst Beschäftigte wie viele Arbeitnehmer Lohnsteuer im Landkreis nicht ans Waldsassener Finanzamt zahlten: Einige größere Arbeitgeber führten die Steuer an andere Bundesländer ab. Kastner: "Wir haben eine Wertschöpfung vor Ort, die in diesen Zahlen nicht deutlich werden."
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