Modern und freundlich

Landrats-Stellvertreter Günter Kopp gratulierte der Schule mit einem 1000-Euro-Scheck. Darüber freuten sich Äbtissin Laetitia Fech (links) und Direktorin Kerstin Reiter. Bilder: Grüner (2)
Lokales
Waldsassen
06.10.2015
63
0

"Das ist jetzt ein sehr starker Kontrast - von den jungen Mädchen zum etwas reifen Herrn", sagte Elternbeiratsvorsitzender Herbert Preisinger. Er eröffnete den Grußwort-Reigen beim Festakt zum Jubiläum "150 Jahre Mädchenbildung an der Abtei Waldsassen" (wir berichteten).

Den Zisterzienserinnen sei es gelungen, Schulbildung für Mädchen über sechs, sieben Generationen aufrecht zu erhalten - auch in schwierigen Zeiten. "Vergelt's Gott für diese Arbeit", sagte Preisinger und nannte Äbtissin Laetitia Fech, Rektorin Kerstin Reiter und Konrektor Alfred Benkner. Preisinger unterstrich auch die Begleitung der Schülerinnen in den 150 Jahren durch engagierte Eltern und dankte für die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Schulleitung.

"Darf ein Lehrer seine Schule auch ein bisschen loben?", fragte der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Johann Ertl, und stieß damit im Publikum auf breite Zustimmung. "Hinter alten Klostermauern ist eine moderne und freundliche Schule." Die Mädchen wüssten, dass sie hier mehr als nur Lernstoff mitbekommen. "Was Sie geleistet haben, ist beispielhaft", unterstrich Johann Ertl den "unermüdlichen Einsatz" von Äbtissin Laetitia Fech.

Noch immer zeitgemäß

Äbtissin Laetitia Fech und Direktorin Kerstin Reiter thematisierten die Benediktsregel und deren Einfluss auf das Schulleben. Klöster seien früher "Lernorte" und "Lebensschulen" gewesen. Lebenstüchtige und mündige Menschen sollten die Mädchen in der Schule werden. "Die Spiritualität der Zisterzienserinnen ist im Schulleben spürbar", sagte Reiter. Es gebe gute Gründe für die Tradition der Mädchenschulen. Diese seien auch im Jahr 2015 zeitgemäß: Jungen Frauen sollen die Voraussetzungen für gleichwertige Chancen in Beruf und Gesellschaft vermittelt werden.

Dr. Andreas Hatzung vom Katholischen Schulwerk unterstrich die besondere Ausrichtung auf die Mädchenbildung und die Tatsache, dass es sich um eine echte Klosterschule handelt. Denn der Großteil nichtstaatlicher Schulen stehe in kirchlicher Trägerschaft. Politiker und Öffentlichkeit mögen sich an die Seite der Schule stellen, wenn diese beiden Aspekte gefährdet seien.

"Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse kommen überall hin", zitierte Dekan Stadtpfarrer Thomas Vogl den Titel eines Buches, das zeitgleich mit der Wahl von Laetitia Fech zur Äbtissin erschienen sei. "Sie kommt überall hin, um Gutes für Kloster und Schule zu fördern." Schülerinnen der Mädchenrealschule lernten die Optionen im Leben zu nutzen und zu erkennen, dass das Böse eben nicht weiterbringt.

Formung kleiner Engel

Landrats-Stellvertreter Günter Kopp gratulierte mit einem 1000-Euro-Scheck und nannte die Mädchenbildung im Kloster Waldsassen eine "Erfolgsgeschichte". Bürgermeister Bernd Sommer griff die Engels-Symbole auf, die den Festtag prägten - auf dem Liedzettel für den Gottesdienst sowie als kleines Erinnerungspräsent für die Gäste. Sommer sagte ein "Vergelt's Gott", dass die Zisterzienserinnen die Schülerinnen "zu kleinen Engeln formen".
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.