Nur die Harten in den Garten

Vor dem Kochen musste erst einmal ein Feuer entzündet werden. Bild: kgg
Lokales
Waldsassen
03.02.2015
8
0

Schon nach einer kurzen Kennenlern-Runde war klar: Hier treffen sich echte Naturfans. Die kann selbst extreme Kälte nicht vom Aufenthalt draußen aufhalten.

Trotz eisiger Temperaturen waren am vergangenen Freitagnachmittag 20 interessierte Freiluft-Köche der Einladung von Umweltstations-Leiter Michael Selinger in den Naturerlebnisgarten gefolgt. Gemeinsam kochte die Gruppe am Lagerfeuer.

Teilnehmer aus Nürnberg

Einige der Teilnehmer waren bereits in vergangenen Jahren dabei gewesen und sind mittlerweile schon Survival-Köche. Michael Selinger freute sich darüber, dass sogar Teilnehmer aus Nürnberg angereist waren, um bei diesem Winterereignis dabei zu sein. Als Kursleiter hatte Selinger den ebenfalls begeisterten Lagerfeuer-Spezialisten Michael Gasch engagiert. Er ist erfahrener Jugendgruppenleiter.

Beide wurden im Ablauf des Kurses von der ebenfalls motivierten Assistentin Kathrin Kröniger unterstützt. Sie leistet in Waldsassen ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ab.

Die Veranstaltung war für "Lagerfeuergourmets" konzipiert worden: Zweimal war Probekochen erforderlich, um alle Abläufe zu perfektionieren. In dreieinhalb Stunden zauberten die Feinschmecker ein kräftiges Roggenbrot aus einem speziellen gusseisernen Lagerfeuerkochtopf außerdem weitere Leckereien zwischendurch und als Höhepunkt den von russischen Holzfällern erfundener Eintopf namens "Borschtsch".

Der "OB"-Trick

Zu Beginn der Veranstaltung mussten die Teilnehmer selbst aktiv werden und mit verschiedenen Feuertechniken ein sogenanntes Reflektor-Feuer (Wärmefeuer) entfachen - etwa mit Hilfe von Birkenrinde und einem Streichholz. Interessant war der "OB"-Trick: Dabei wird mit der Natur-Baumwolle zweier Tampons und Asche durch Reibungswärme ein Glutnest erzeugt. Mit dem "Steinzeitfeuerzeug" - Schlageisen und Feuerstein - ist dann das Feuer "geschlagen" worden.

Zutaten für den Eintopf

Am Kochfeuer, welches relativ klein und mit Hartholz befeuert wurde, begann Michael Gasch mit einer umfangreichen Erläuterung seines Werkzeugs. Nun waren wieder die Teilnehmer gefordert und schnippelten die Zutaten für den Eintopf - Gemüse und ein großes Stück Brustfleisch vom Angus-Rind aus biologischer Demeterhaltung in Konnersreuth. Zwischendurch gab es Lagerfeuerschmankerl wie Waffeln, Schokobananen mit Eichelkaffee und für die kälteempfindlichen Teilnehmer einen warmen Honig-Met.

Die Stimmung am Lagerfeuer war trotz Kälte warm und herzlich. Die Augen der Teilnehmer strahlten vor Begeisterung. Michael Selinger und Michael Gasch sind überzeugt, dass es nach solch gelungenen Premiere im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben wird.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.