Nur noch eine Nummer

Berichte über das Lagerleben der Insassen erschüttern die Zehntklässer der Realschule im Stiftland bei ihrem Besuch in Flossenbürg. Am Ende der Führung kommen in einem Dokumentationsfilm Zeitzeugen zu Wort, erzählen emotional mitreißend von ihren Erinnerungen, geben ihre Geschichte an die junge Generation weiter. Bild: hfz
Lokales
Waldsassen
12.11.2014
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"Heute könnt ihr ein bisschen erahnen, warum man Flossenbürg früher bayerisches Sibirien nannte." Die Besucher der Realschule im Stiftland stehen auf dem ehemaligen Appellplatz, als die Mitarbeiterin der Gedenkstätte zu ihnen spricht.

Es nieselt und ist so nebelig, dass man kaum die Umrisse der noch stehenden Gebäude erkennt. "Die Häftlinge hatten keine Winterjacken an und trugen keine dicken Stiefel", erfahren die 52 Zehntklässer bei ihrem Besuch im ehemaligen Konzentrationslager.

Diese ersten Eindrücke prägen den Rundgang: Vorbei an der Kommandantur, der ehemaligen Wäscherei, der Lagerküche und den Umrissen der einstigen Baracken: Die Jugendlichen erfahren, wie es gewesen sein muss, wenn man als Gefangener im Arbeitslager Flossenbürg ankam. Zeitzeugenberichte begleiten die Erzählungen über Appellstehen, Entkleiden, Rasur, Dusche, bis hin zur völligen Identitätslosigkeit jedes Einzelnen. Wer nach Flossenbürg kam, war nur noch eine Nummer.

Auch Berichte über das tägliche Lagerleben der Insassen erschüttern die Schüler. Sie hören von unmenschlichen Zuständen, skrupellosen Kapos, harter Zwangsarbeit im Steinbruch, willkürlichen Strafen, Seuchen und absoluter Hoffnungslosigkeit. Nur Wenige haben diese Torturen überlebt. Dies zeigen die symbolischen Gräber im hinteren Teil der Gedenkstätte und die Zahlen auf den Steinen am Platz der Nationen.

Im "Tal des Todes" liegt auch das Krematorium, welches die Realschüler mit Ehrfurcht betreten.
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