"Ramadama"-Aktion der Aktionsgemeinschaft Waldsassen: Helfer sammeln säckeweise Unrat
Viele Glasscherben im alten Gleisbett

Die Teilnehmer der Säuberungs-Aktion nach dem Arbeitseinsatz am Stadtbauhof, zusammen mit Organisator Paul Stellmach (vorne), rechts daneben AGW-Vorstandssprecher Nils Wittmann und (Zweiter von links) Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Lux. Bild: kdi
Lokales
Waldsassen
20.04.2015
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Zum "Ramadama" eingeladen hatte am Samstag die Aktionsgemeinschaft Waldsassen und Umgebung (AGW). Diese Reinigungsaktion läuft in Waldsassen nun schon über 10 Jahre. Über 60 Erwachsene und Schüler waren dem Aufruf gefolgt und fanden sich morgens am Stadtbauhof ein.

Mit dabei waren neben zahlreichen Privatpersonen vor allem Mitglieder von Vereinen und Verbänden wie Gerwigkreis, Freie Wähler, Wasserwacht, BRK, Gartenbauverein und die Jugend der Feuerwehren von Waldsassen und Kondrau. Eine große Abordnung stellte wieder die Mittelschule mit ihrem Rektor Willi Prechtl. Verteilt auf verschiedene neuralgische Streckenabschnitte im und um das Stadtgebiet brachten die einzelnen Gruppen viele Müllsäcke zurück - gefüllt mit Dingen, die gedankenlose Leute "entsorgt" hatten. Zurück im Bauhof berichtete Rektor Willi Prechtl, dass auf dem ehemaligen Bahngelände und angrenzend noch viel mehr Unrat zu finden wäre.

Der aber sei in den zweieinhalb Stunden mit den Schülern nicht zu bewältigen gewesen. Besondere Probleme bereiteten die Glasscherben im alten Gleisbett der abgebauten Bahnschienen. Sie in den Plastiksäcken zu sammeln war leider nicht möglich. Eine andere Sammlergruppe bemängelte die Entsorgung von ausgebrannten Grablichtern. Diese würden einfach über die Friedhofsmauer geworfen. Quasi vor der eigenen Türe kehrte die Jugendgruppe der Feuerwehr Kondrau. Sie übernahmen die Säuberung der Parkanlage und der angrenzenden Wege. Auch sie mussten leere Flaschen und anderen Unrat einsammeln, der bei den verschiedensten Veranstaltungen weggeworfen wurde.

Ein besonderes Fundstück fand sich im Bauhof mit einer alten, schon elektronischen "Veritas"-Nähmaschine - der passende Stuhl stand auch gleich daneben - ein, in der noch ein Stück Jeans-Stoff steckte. Dem Anschein nach hatte die Nähmaschine diesen nicht verarbeiten können. Und wer weiß, vielleicht hat die Schneiderin ihre Maschine kurzerhand aus Wut "entsorgt". Dies hätte sie jedoch einfacher und umweltschonender haben können, wenn sie ihr Altgerät in der Deponie Steinmühle kostenlos abgegeben hätte.

Hundekotbeutel im Gebüsch

Als Unart bezeichnete Bauhof-Chef Bernhard Männer die Tatsache, dass die kostenlos zur Verfügung gestellten Hundekotbeutel zwar mitgenommen und auch verwendet, sie jedoch dann gedankenlos in angrenzenden Büsche oder Anlagen entsorgt werden. Dem Argument mehr Abfallkörbe aufzustellen konnte Männer nicht folgen, würden diese dann doch immer mehr für die Entsorgung von Hausmüll zweckentfremdet.

Stadtratsmitglied Paul Stellmach bedankte sich für die AGW bei den Teilnehmern fürs Mitmachen und bei den AGW-Mitgliedern Bäckerei Rosner und Metzgerei Max Malzer für die Bereitstellung der Leberkäs-Brotzeit; "Kondrauer" lieferte Getränke. Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Lux sagte, die Aktion solle auch Kindern vor Augen führen, was alles gedankenlos weggeworfen wird und später wieder mühsam aufgesammelt werden muss.
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