Regionalzüge auf Regionaltrasse

Die Unabhängige Wählervereinigung (UWV) sieht in der Bahnlinie eine riesige Chance: Im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2015 ist der Ausbau der Bahnlinie Wiesau-Eger über Waldsassen enthalten. Damit würde regionaler Schienenverkehr dort fließen, wo die Bundesstraße 299 geplant ist. Archivbild: dpa
Lokales
Waldsassen
26.02.2015
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Die Freistellung von Flächen der Bahnlinie für Eisenbahnbetriebszwecke hat der Stadtrat beantragt - wegen des Baus der Regionaltrasse. Andererseits enthält die Vorschlagsliste für den Bundesverkehrswegeplan 2015 auch den Ausbau der Bahnlinie Wiesau-Eger.

Darin sieht die Unabhängige Wähler-Vereinigung - kurz UWV - eine enorme Chance. In einer Pressemitteilung, unterzeichnet von zweitem UWV-Vorsitzenden Pascal Laab, verweist die UWV darauf, dass Waldsassen/Eger bereits seit Jahren eines der wenigen grenzüberschreitenden Mittelzentren zwischen Bayern und Tschechien wäre. Und dass an der Grenze ein erweiterbares, grenzüberschreitendes Gewerbegebiet anzustreben wäre. Es könnte, wie es heißt, als Modellprojekt eine sehr hohe Förderung erhalten.

Eingleisig und elektrifiziert

"Warum wurde diese Chance bisher noch nicht genutzt ?" Auch Tschechien wünsche und fordere weitere Grenzübergänge und eine Verbesserung der Infrastruktur - also zusätzliche Straßen- und Schienenverbindungen. Da bringen die Unabhängigen den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 ins Spiel, der unter anderem als Vorhaben eine "eingleisige, elektrifizierte Neubaustrecke Wiesau - Waldsassen - Grenze/Eger, evtl. sogar zweigleisig" enthält. Die Notwendigkeit des Neubaus solle auf der Basis der Verkehrsprognose 2030 vom zuständigen Ministerium geprüft werden, wird auf eine Mitteilung der Regierung der Oberpfalz verwiesen.

"Wie sinnvoll ist also der aktuelle Stadtratsbeschluss, entsprechende Flächen von Eisenbahnbetriebszwecken freizustellen ?", fragt die UWG und vermutet, dass sich "bisher weder die verantwortlichen Politiker und Gremien, Bürgermeister Sommer sowie die Stadtratsfraktionen mit dieser - aus Sicht der UWV - Steilvorlage im Bundesverkehrswegeplan befasst" haben. Die Chance solle erkannt und "mit Nachdruck verfolgt werden", heißt es weiter: "Die von der UWV geforderte echte Straßen-Umgehung Waldsassens, eine elektrifizierte Bahnverbindung Wiesau-Eger (über Waldsassen) in Verbindung mit einem besonders geförderten, grenzüberschreitenden Gewerbegebiet wäre die Riesenchance, Waldsassen in eine bessere Zukunft zu führen." Vor diesem Hintergrund fragt die UWG, warum Bürgermeister Sommer die Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebiets unterstütze. Auch das Festhalten an der Stadt-Durchfahrung erscheine vor den aufgezeigten Möglichkeiten, so die UWV wörtlich, "kleinkariert". Erwartungen, wonach die Innenstadt belebt und Außenbereiche rückgebaut werden können, erschienen unrealistisch. "Geschäftseröffnungen sind nur sinnvoll, wenn entsprechender Umsatz zu erwarten ist." Bei schwindenden Einwohnerzahlen wäre dies aber eher unwahrscheinlich.

Nach Überzeugung der UWV wäre ein großräumiges, grenzüberschreitendes, erweiterbares Gewerbegebiet eine einzigartige Gelegenheit, auch qualifizierte Arbeitsplätze in unserer Region zu schaffen. (Nachgefragt)
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