"Rosner-Renner" ein Blickfang

Ein Lebkuchen-Fahrrad im Schaufenster der Bäckerei Rosner in Waldsassen weist auf die Bayern-Rundfahrt am 13. Mai hin. Von rechts Karin Neumann zusammen mit Alex Eckert und Ariane Haberkorn. Beide haben das außergewöhnliche Stück "zusammengebaut". Bild: pz
Lokales
Waldsassen
22.04.2015
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Die erste Etappe der Bayern-Rundfahrt endet in Waldsassen. Das Radsport-Ereignis inspiriert Klosterstädter zur besonderen Kreativität - auch unter Geschäftsleuten.

Der "Rosner-Renner" im Schaufenster der Bäckerei und Konditorei in der Egerer Straße ist zurzeit besonderer Blickfang und Hinweis auf den sportlichen Höhepunkt am 13. Mai. Ein Kind und eine weitere Kundin wollten das ungewöhnliche Fahrrad schon haben. Doch es ist nicht verkäuflich.

In der Konditorei werden bekanntlich feine und fürstlich gelobte Lebkuchen hergestellt. Da lag der besondere Beitrag zu dem Sportereignis nah. "Ich hatte die Idee, sie durften sie umsetzen", erzählt Karin Neumann über ihre beiden Mitarbeiter.

"Ich bin erst einmal eine Runde gelaufen", lässt Alex Eckert durchblicken, dass ihn die besondere Herausforderung anfangs verblüfft hat. Doch er wie alle anderen Beteiligten sind begeisterte Freizeit-Radsportler und gingen motiviert ans Werk. Der Konditormeister durfte sich als Chef-Ingenieur und Designer beweisen, Konditorin Ariane Haberkorn sorgte für die aufwendige Verzierung - wie bei einem Lebkuchenherz. Beide haben das Lebkuchenfahrrad "zusammengebaut", informiert das Datenblatt mit den technischen Details - wie bei echten Fahrrädern: Das Rennrad der Marke Rosner wiegt nur 1,2 Kilo - für einen Straßen-Renner ein absolutes Leichtgewicht und nur durch das Material zu erreichen - "Lebkuchen", wie es in der entsprechenden Zeile heißt. Der - fiktive - Preis: 3900 Euro.

"Das ist nur die Arbeitszeit", weiß Alex Eckert: Rund zweieinhalb bis drei Wochen vergingen, bis der außergewöhnliche Auftrag der Chefin fertig war. "Ich habe immer wieder daran gearbeitet, wenn Zeit war."

Problem Luftfeuchtigkeit

"Die haben wochenlang graue Haare gekriegt", sagt Karin Neumann über ihre Mitarbeiter. Denn der erste Versuch als frei stehendes Lebkuchen-Rad scheiterte: Die Luftfeuchtigkeit ändert sich ständig. "Der Teig zieht Wasser, so dass er durchsackt", erklärt Alex Eckert. "Wir haben es mit unserem Schreiner Wolfgang Neumann auf die Holzplatte montiert", erzählt Karin Neumann über die Hilfe ihres Mannes. Der Chef hatte einst den Handwerksberuf gelernt.

Kinderfahrrad als Modell

Ein Fahrrad aus dem Fuhrpark der Neumann-Kinder diente als Modell in der Backstube. Die geplante frei stehende Variante hätte recht wuchtig ausgesehen. Das zeigen Bilder, die Alex Eckert mit seinem Smartphone fotografiert hat. Das "Original Lebkuchenfahrrad" in einer Radgröße von 27,5 Zoll aber sieht aus wie die pfeilschnellen Vorbilder: Filigran, mit interessanten Details - etwa der Zahnrad-Kranz für die 15-Gang-Schaltung. "Ich wollte noch eine Kette einbauen, aber die hätte nicht gehalten", verrät der Meister. Die örtliche Fahrradschmiede "Ghost" hatte original Speichen beigesteuert. Sie geben den Lebkuchen-Felgen Stabilität.

"Manche rennen daran vorbei, aber langsam sehen es die Leute, dass da was besonderes steht", sagt Karin Neumann über die Auslage. "Das haben wir extra angesät", sagt Seniorchef Klaus Zielinski augenzwinkernd über das - künstliche - Gras. Kieselsteine deuten die Straße an. Und was passiert nach dem 13. Mai mit dem Rennrad? Verspeist wird das einzigartige Werk nicht, sagt Karin Neumann: "Dann ist es zu hart."
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