Schulhaus und Amtsarzt-Domizil

Das Anbringen der Bautafel war der Start für die Sanierung der ehemaligen Glück-Villa. Im Bild von rechts Abgeordneter Tobias Reiß, Bürgermeister Bernd Sommer, Matthias Scharnagl, Architekt Josef Weber, Josef Weber senior und Stadtrat Harald Hertel.
Lokales
Waldsassen
11.05.2015
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Das Haus ist alt und in keinem sehr guten Zustand, aber unbedingt erhaltenswert. Dieser Meinung des Besitzers schlossen sich viele Besucher beim Tag der Städtebauförderung an - auch wenn momentan noch viel Fantasie nötig ist.

Auf großes Interesse der Bevölkerung stieß am Samstag die Möglichkeit, die ehemalige Glück-Villa vor Sanierungsbeginn zu besichtigen. Etwa 100 Interessierte strömten zu den drei Führungen durch das Gebäude an der Egerer Straße.

Josef Weber, Architekt aus Nürnberg und neuer Hauseigentümer, ist durch Heirat mit der Klosterstadt verwurzelt. Er kündigte an, die acht neu entstehenden Wohnungen Mitte bis Ende 2016 den Mietern zu übergeben. Er freute sich über das rege Interesse der Bürger an diesem Gebäude.

Bevor sie das denkmalgeschützte Haus von innen zu Gesicht bekamen, gab der Architekt einen geschichtlichen Einblick. Seiner Überzeugung nach ist dieses alte Gemäuer, das seit vielen Jahren ungenutzt war, unbedingt erhaltungswürdig. Weber führte aus, dass das Gebäude als Schulhaus des Stifts Waldsassen unter Abt Wigand Deltsch gebaut wurde. Bei der Säkularisation 1803 ging es in Staatsbesitz über. Es wurde als Doppelhaus erbaut, hatte zwei Hausnummern und besitzt auch heute noch zwei Aufgänge. Zu Staatszeiten wohnten drei Generationen von Bezirksamtsärzten darin, schilderte der neue Eigentümer. Um 1900 erwarb Josef Glück das ehemalige Schulhaus als Wohn- und Betriebsgebäude. 1966 war es kurzzeitig im Besitz der Stadt, bevor Josef Glück wieder Eigentümer wurde.

Josef Weber sagte, dass ihn dieses Haus schon vor 15 Jahren irgendwie angesprochen habe und er seine Pläne nun verwirklichen wolle. Bei den Begehungen fragte sich der ein und andere Teilnehmer schon, was der Mann mit diesem zwischenzeitlich sehr heruntergekommenen Gebäude will. So wollte Günter Heinrich wissen, ob Josef Weber dafür auch noch etwas bezahlen musste. "Solch altehrwürdige Gemäuer haben für mich einen besonderen Reiz, sie der Nachwelt zu erhalten", sagte der Architekt. Es sei nicht das erste denkmalgeschützte Gebäude, dem er zu neuem Leben verholfen habe.

Mit dem Befestigen der Bautafel wurde der erste Hammerschlag für die Sanierung des ehemaligen Schulgebäudes des Stifts Waldsassen getan. Josef Weber begrüßte dazu Bürgermeister Bernd Sommer und den Abgeordneten Tobias Reiß, denen er für die Besorgung der Fördermittel dankte. Beide freuten sich, dass der Architekt hier die Initiative ergreift. Man habe sich gerne stark gemacht, die entsprechenden Gelder für dieses mit 2,2 Millionen Euro veranschlagte Projekt beizubringen. Zugesagt sind 1,25 Millionen Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm und 100 000 Euro von der Landesstiftung.
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