Sicherer Platz für Flüchtlinge

In der Schützenstraße sind die Wohnungen in dem Gebäude links und die Hälfte der Wohneinheiten im Haus darüber (rechts) an den Freistaat Bayern vermietet. Zum 1. Mai sollen die Räume bezugsfertig sein - für Menschen, die auf ihrer Flucht in Waldsassen eine sichere Bleibe finden sollen. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
28.01.2015
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Die Räume stehen zum Teil seit Jahren leer. Doch bald könnte dort wieder Leben einkehren. Den genauen Zeitpunkt weiß aber niemand. Jedenfalls werden die Wohnungen für die künftigen Nutzer renoviert.

"Das stimmt", bestätigt auf NT-Anfrage Pressesprecher Joseph Karl von der Regierung der Oberpfalz, was schon seit einiger Zeit die Runde macht: Asylbewerber-Unterkünfte entstehen in Mehrfamilienhäusern an der Schützenstraße - konkret in den Anwesen Nummer 37 und 39 sowie 41. Die Wohnungen in den Gebäuden unterhalb der Einmündung zum Steinweg sollen zum 1. Mai bezugsfertig sein.

"Der Mietvertrag ist unterschrieben, die Stadt weiß Bescheid", erklärt Karl. Die Unterkünfte sind für etwa 70 Leute ausgelegt. "Eine Stadt wie Waldsassen wird sicher ihren Beitrag leisten wollen und müssen", sagt Bürgermeister Bernd Sommer über die neue Möglichkeit, Menschen auf der Flucht einen sicheren Platz in der Klosterstadt anbieten zu können. Und darüber ist das Stadtoberhaupt ganz froh. "Denn seitens der Stadt haben wir nur eine Wohnung, die frei und auch gemeldet ist." Vorübergehend war auch die städtische Turnhalle als Notquartier in die Planungen einbezogen worden (wir berichteten).

"Das waren bisher Mietwohnungen und sind auch künftig welche", spricht Sommer von einer guten Lösung. Er sieht eine besondere Chance und hegt eine gewisse Hoffnung, dass in den Wohnungen in einer schönen Größe auch Familien unterkommen könnten. Jetzt geht es darum, dass die Neu-Waldsassener, wenn sie denn erst einmal da sind, beim Eingewöhnen in die neue Umgebung auch unterstützt werden.

"Die AWO hat schon erklärt, dass sie bereit steht", freut sich Sommer über die zugesagte Hilfe bei Bedarf. "Ich bin überzeugt, dass auch andere Organisationen dabei sind", sagt der Bürgermeister und denkt dabei etwa an den Rotkreuz-Ortsverband oder an die Waldsassener KAB. "Die werden sich in irgendeiner Art und Weise beteiligen wollen." Dabei gehe es wirklich nur darum, "... die Leute an die Hand zu nehmen und zu zeigen: We leben wir?" Noch aber gibt es keinen Termin, wann Flüchtlinge erwartet werden können. Es ist davon auszugehen, dass die Regierung die Räume nach Ende der Renovierung rasch nutzen wird. "Das kann dann quasi über Nacht sein", erklärt Bürgermeister Sommer das Vorgehen. "Eines morgens kommt der Anruf aus München." Die Mitarbeiter an Regierung oder Landratsamt hätten dann 24 Stunden Zeit, um die Unterbringung der Flüchtlinge zu organisieren. (Info-Kasten)
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