Spatenstich als positives Signal

Helmut Schütz, Leiter der Obersten Baubehörde am Innenministerium in München, sah sich die Bilder auf der Grundlage der Planung für die Regionaltrasse beim Besuch im Rathaus interessiert an. Von links Manfred Jung vom Gebietsreferat Niederbayern/Oberpfalz sowie MdL Tobias Reiß sowie (von rechts) Henner Wasmuth, Chef des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach, MdB Albert Rupprecht und Bürgermeister Bernd Sommer. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
30.04.2015
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Bernd Sommer hatte vorsorglich noch einmal den warmen Wintermantel aus dem Schrank geholt. Doch dann wurde es nichts aus dem Ortstermin. Dabei sollten sich die Gäste einen Eindruck von der Verkehrssituation verschaffen.

"Der Regen dauert die nächste Stunde an", wusste Albert Rupprecht über das Wetter am frühen Dienstagnachmittag. Deshalb blieb die Runde im Rathaus-Sitzungszimmer - bei Kaffee und Gebäck. Der Bundestagsabgeordnete und MdL Tobias Reiß hatten den Leiter der Obersten Baubehörde im Innenministerium in München, Helmut Schütz in die Region eingeladen. Mit dabei war auch Manfred Jung vom Gebietsreferat Niederbayern/Oberpfalz. Seitens der Stadt Waldsassen war Stadtbaumeister Hubert Siller mit vertreten. Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach, nannte dort den Termin für die Erörterung der Einwände - vom 20. bis 24. Juli im Rathaus (wir berichteten). "Ob die überhaupt noch kommt?", zitierte Sommer Stimmen aus den Reihen zweifelnder Bürger: Sie befürchteten, dass die Verlegung der Bundesstraße auf weite Teile der Bahnlinie aus vielerlei Gründen vielleicht gar nicht mehr umsetzbar wäre.

Entwicklung behindert

Deshalb, so Sommer, wäre ein Spatenstich in einem überschaubaren Zeitraum ein positives Signal. Außerdem behindere die Bundesstraße in der jetzigen Form die Entwicklung Waldsassen; andererseits setzten Investoren in der Innenstadt darauf, dass die Regionaltrasse auch wirklich gebaut werde. Nun sei die Regierung gefordert, damit das Projekt vorangetrieben werde. "Ich gehe davon aus, dass Klagen kommen", erklärte Sommer zum weiteren Verlauf und hoffte, dass der Planfeststellungsbeschluss im Frühjahr 2016 auf dem Tisch liegt. Waldsassen werde dann wohl nicht zu 100 Prozent "Hurra" schreien, prognostizierte Sommer. "Aber ein Großteil hat die Straße zumindest geduldet." Denn eine andere Lösung sei nicht mehr sichtbar.

Im vordringlichen Bedarf

Ministerialdirektor Schütz und Ministerialrat Jung sahen sich interessiert die großformatigen Bilder an, die die Straßenbaubehörde vergangenes Jahr auf der Grundlage der Planungen für die Regionaltrasse anfertigen ließ. Bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes würden zurzeit die eingereichten Projekte fachlich bewertet. Im Herbst voraussichtlich seien erste Ergebnisse zu erwarten. Schütz ließ erkennen, dass das Waldsassener Projekt in seinem weit fortgeschrittenen Planungsstadium auch weiterhin im vordringlichen Bedarf bleiben dürfte.

Zur Baureife finanziert

"Das ist eine klare Ansage, gell", erklärte zuvor Rupprecht, dass es bislang in seinem Wahlkreis keine gewichtige Bundesstraßen-Baumaßnahme gegeben habe, die zur Baureife nicht finanziert gewesen wäre. "Und das möchte ich weiterhin so haben", sagte der MdB - auch mit dem Hinweis, dass andere Regionen wesentlich mehr Vorhaben eingereicht hätten. Schütz erklärte dazu, es sei noch niemals vorgekommen, dass ein Planfeststellungsbeschluss verfallen sei, weil das Projekt nicht finanziert gewesen wäre. (Info-Kasten/Hintergrund)
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