Spezialführung in drei Sprachen

Fast 300 Jahre alt sind die Figuren, die der Bildhauer Karl Stilp geschaffen hat. Ihre Wirkung verfehlten sie auch auf die Asylbewerber nicht. Äbtissin Laetitia Fech und Ludwig Spreitzer erläuterten Einzelheiten. Bild: kgg
Lokales
Waldsassen
27.08.2015
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Aus eigenem Antrieb wollten die Asylbewerber die Kulturgüter der Klosterstadt näher kennenlernen. Bei der Führung wurde kurzerhand ins Englische und Arabische übersetzt. Die Äbtissin bekam Blumen und revanchierte sich mit einem besonderen Geschenk.

Sie waren rundweg fasziniert, die derzeit hier lebenden Asylbewerber bei ihrem Besuch des weltweit bekannten Bibliotheksaals der Abtei. Der Vorschlag, direkte Bekanntschaft mit den Kulturgütern zu machen, war von den Asylbewerbern, die eifrig an Sprachkursen teilnehmen, selber gekommen, sagte Ludwig Spreitzer am Dienstag. Erstes Ziel war der Bibliothekssaal. Äbtissin Laetitia Fech habe sich spontan bereiterklärt, die Führung persönlich zu übernehmen, freute sich Spreitzer.

Schon beim Betreten des Raumes war das Staunen groß. "Fantastic", "great", "impressing" - so lauteten die Ausrufe der englischsprachigen Teilnehmer. "Ich freue mich, dass ihr hier bei uns seid, hier im Herzen des Stiftlandes", sagte die Äbtissin in ihren herzlichen Begrüßungsworten. Sie wünschte den Asylbewerbern, dass sie hier ein Stück Heimat finden mögen. Bei der anschließenden Führung waren die Sprachhürden fast kein Problem: Ludwig Spreitzer übersetzte das Deutsch der Äbtissin ins Englische, das wiederum durch Aram Karao für arabische Ohren verständlich wurde.

Wenn es auch bei den zahlreichen architektonischen Fachausdrücken zu manchen Komplikationen kam, wurde alles mit Bravour gemeistert. Die Besucher quittierten dies mit Applaus. Aram Karao bedankte sich in deutscher Sprache im Namen aller Asylbewerber bei Äbtissin Laetitia Fech für die schöne Führung.

"Wir alle sind beeindruckt von den Kulturgütern hier in Waldsassen", sagte der Sprecher und überreichte der Kloster-Chefin unter Applaus einen Blumenstrauß. Ein weiterer Asylbewerber schloss sich mit einer Pflanze im Blumentopf den Dankesworten an. Die Äbtissin war auch nicht mit leeren Händen gekommen. Sie hatte für alle Teilnehmer geweihte Marien-Medaillen mitgebracht, die sie auf ihren weiteren Lebenswegen beschützen sollen.
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