Stehempfang im Gemeindezentrum nach dem Gottesdienst zum Reformationstag
Politik im Sinne der Nächstenliebe

Lokales
Waldsassen
03.11.2015
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Ein Stehempfang im Gemeindesaal folgte auf die Abendmahlsfeier der drei evangelischen Kirchengemeinden im Stiftland zum Reformationstag. Diakon Fritz Lieb freute sich darüber, dass als Gäste seitens der katholischen Pfarrei Stadtpfarrer Thomas Vogl sowie Bürgermeister Bernd Sommer und das Neualbenreuther Gemeindeoberhaupt Klaus Meyer Neualbenreuth gekommen waren.

Arbeit für die Bevölkerung

In seinem Grußwort griff Bürgermeister Bernd Sommer die für einen Politiker etwas provokativen Predigtworte von Pfarrer Ralph Knoblauch auf, wonach Politik mit der Bibel nicht möglich wäre. Politiker seien eigentlich in erster Linie für die Bevölkerung selber da. Dazu gehöre auch das Thema Asyl und hier stehe die Nächstenliebe mit im Vordergrund. Der Bürgermeister zitierte die Kanzlerin mit ihrer einladenden Haltung und auch den bayerischen Ministerpräsidenten, der die Sache etwas anders sehe. Beide aber wollten helfen und den Leuten beistehen. Hier passe der Reformationstag mit dazu.

Politik zu machen mit der Bibel sei zwar schwer möglich, aber im Sinne der Nächstenliebe vereinbar. Wie Bernd Sommer meinte, sollte sich der Reformationstag nicht nur auf den 31. Oktober beschränken, sondern 365 Tage im Jahr stattfinden. Stadtpfarrer Thomas Vogl ging in seinem Grußwort auf einen Artikel in der Wochenzeitschrift "Christ in der Gegenwart" ein, wo in der aktuellen und der vorhergehenden Ausgabe ein inner-protestantischer Diskurs veröffentlicht wurde. Der evangelische Pfarrer Jochen Teuffel befasse sich hier mit einer sehr nüchternen und kritischen Analyse der evangelischen Kirche in Deutschland unter der Überschrift "Protestantische Selbstsäkularisierung".

Es zeige sich die "kirchliche Labilität des Protestantismus" vor allem im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017. Margot Käßmann als Botschafterin für das Jubiläum habe entgegnet, dass gerade dieses Jubiläum ein Ausdruck protestantischer Glaubensfreude werden könne. Bei allem für und wider jedoch halte sie sich jedoch an ein Wort Martin Luthers: "Wir sind es doch nicht, die da die Kirche erhalten könnten. Unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen. Unsere Nachfahren werden's auch nicht sein; sondern der ist's gewesen, ist's noch und wird's sein, der da sagt: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt."

Gottvertrauen

Pfarrer Vogl zitierte den Wochenspruch zum Reformationstag: "Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." Dieses Gottvertrauen wünschte Thomas Vogl im Namen der katholischen Pfarrei Waldsassen und des Dekanates Tirschenreuth allen evangelischen Gemeinden des Stiftlandes - zum Reformationstag sowie für das weitere gemeinsame ökumenische Bemühen.
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