Therapieempfehlung per Klick

Dr. Josef Scheider, übergab den Abschlussbericht an Dr. Christoph Pinkwart vom ITZB/Bayern-innovativ. Von links Prof. Dr. med. Renke Maas (Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Uni Erlangen), Andreas Pospiech, Markus Zilker und Prof. Dr. Petra Högger von der Uni Würzburg und weitere Studenten. Bild: kdi
Lokales
Waldsassen
18.09.2015
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Am Anfang stand die Idee: Die unstrukturierte Datenflut sollte übersichtlicher werden. Nach gut zweijähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist das Projekt am Ziel. Das Angebot gilt als Meilenstein in der Kinder-und Jugendmedizin.

Eine benutzerfreundliche Datenbank für die Kinder- und Jugendmedizin im Bereich der "Off-Label-Anwendung" entstand im Gründerzentrum bei der Firma Bio-Variance. Die Konferenz zum Projektabschluss war Auftakt für die Umsetzung des Projektergebnisses in die Praxis. Geschäftsführer Dr. Josef Scheiber überreichte bei der Feierstunde den Abschlussbericht an Dr. Christoph Pinkwart.

Dr. Scheiber hat mit einer Forschergruppe der Universität Würzburg eine Datenbank erstellt, welche Informationen zu Medikationen für die Altersstufe von 0 bis 18 Jahre strukturiert sammelt und benutzerfreundlich zur Verfügung stellt. Die Datenbank liefert Wissen über die häufigst angewendeten und verschriebenen Medikamente, wie es bei der Präsentation im Gründerzentrum hieß. Bisher sind darin 28 Arzneistoffe - bestehend aus 1600 Datensätzen von 500 Daten-Quellen - erfasst.

Fehler bei der Medikation

Über eine App erhalten Apotheker, Allgemein- oder Fach-Kinderärzte die Informationen aufs Smartphone oder auf den Tablet-PC. Es geht um Angaben zu einzelnen Medikamenten. Sie können über den auf den Verpackungen aufgedruckten Barcode oder per Spracheingabe abgerufen werden. Dem Fachpersonal im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin bietet sich mit der Datenbank eine schnelle Informationshilfe zu Medikation und Therapie. Die Anwendung der Datenbank soll Fehler bei der Medikation vermeiden helfen. Die häufigsten sind mit 55 Prozent Überdosierungen, gefolgt von Unterdosierungen mit 27 Prozent und einer falsche Medikation mit 6 Prozent. Der Rest verteilt sich auf kleinere Abweichungen - auch unterschiedliche Nebenwirkungen je nach Altersstufe.

Informationen für Eltern

Die bisherigen "Off-Label-Anwendungen" sollen künftig weitgehend reduziert werden. Das Unternehmen arbeitet bereits am nächsten Schritt: Eine benutzerfreundliche Version der Datenbank soll auch Eltern betroffener Kinder zugänglich gemacht werden, um häusliche Fehler bei der Medikamentierung zu vermeiden.

Das Team arbeitete mit Experten des Würzburger Instituts für Pharmazie und Lebensmittelchemie zusammen - Andreas Pospiech, Markus Zilker, Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe und Prof. Dr. Petra Högger. Das bayerische Wirtschaftsministerium und ITZB/Bayern-innovativ förderten das Projekt.
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