Verborgene "Nebenbaustellen"

Lokales
Waldsassen
04.07.2015
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Männer sterben früher. Im Schnitt sechs Jahre vor den Frauen. Dies müsste nicht immer sein. Patienten bräuchten sich nur ihrem Doktor anvertrauen - auch bei Problemen, über die "Mann" nicht gerne spricht.

"Überschaubar" wäre der Kreis der Zuhörer gewesen, erzählt Ferdinand Sperber und nennt vor allem den lauschigen Sommerabend als Ursache. Andererseits, so der Geschäftsführer der Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen, hätten die Zuhörer in der kleineren Runde ohne Scheu ihre Fragen zum Thema "Männergesundheit" stellen können.

"Berufsrisiko Mann"

Um Hormone und Sexualität ging es bei dem Vortrag im Gesundheitszentrum Waldsassen. Referenten waren die beiden Experten Prof. Dr. Theodor Klotz und Dr. Dr. Thomas Bschleipfer. Sie sind am Klinikum Weiden tätig - in der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie der Kliniken Nordoberpfalz AG.

Prof. Dr. Klotz ging im ersten Teil auf die geschlechtsspezifische Lebenserwartung ein. Diese habe sich bei Männern in den vergangenen 15 Jahren verbessert - auf 76,6 Jahre gegenüber 82 Jahren bei Frauen. Nach Einschätzung des Arztes wirke sich dabei auch aus, dass die einschlägigen Vorsorgeuntersuchungen eher in Anspruch genommen werden als früher. Anhand von vielen Schaubildern skizzierte Professor Dr. Klotz die regionale Sterblichkeitsrate von Männern in Bayern. Diese wäre im Norden des Freistaats wesentlich höher als anderswo. Der Facharzt erläuterte gut verständlich die Ursachen für die vergleichsweise geringere Lebenserwartung. Dazu gehörte die höhere Suizidrate oder das "Berufsrisiko Mann": Damit verdeutlichte Professor Dr. Klotz den deutlich höheren Anteil von Arbeits- und Wegeunfälle bei Männern.

Stichwort "Viagra"

Im zweiten Teil ging Dr. Dr. Schleipfer auf Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion) ein. Diese ließen ich gut behandeln, hieß es, wobei auch das Stichwort "Viagra" fiel. Der Facharzt unterstrich, dass eine erektile Dysfunktion vielfach auf andere "Nebenbaustellen" im Probleme hinweise - etwa eine beginnende koronare Herzerkrankung. Eine Untersuchung habe ergeben, dass etwa 50 Prozent der Männer mit einer erektilen Dysfunktion drei Jahre später einen Herzinfarkt erlitten.

Bei dem Vortrag vorgestellt worden ist auch die Broschüre "Mann intakt" in vielen Informationen zum Thema. Wie es hieß, könne das Heft beim Klinikum Weiden (Abt. Urologie) angefordert werden.
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