"Visiting Artist" in Oklahoma

"Für Herr Andreas Sagstetter, Anno Domini, 2015" - so heißt es oben auf dem Notenblatt des Orgelkonzerts, das einer der Studenten - Charles Carter Henning - für den "Visiting Artist" zum Dank komponiert hat. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
01.10.2015
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Andreas Sagstetter ist noch immer beeindruckt: Von der Herzlichkeit der Menschen, der Weite des Landes und der Größe der Städte. Überhaupt von den Dimensionen, die mit denen hierzulande nicht vergleichbar sind.

Andreas Sagstetter, Regionalkantor und Kirchenmusiker an der Basilika, durfte kürzlich sein umfangreiches Wissen über Musik Studenten in den USA weitergeben: Der 41-Jährige war an der University of Central Oklahoma als Gastdozent tätig - als "Visiting Artist": An der Universität sind regelmäßig internationale Künstler zu Gast, die ihr Können und ihr Wissen mit jungen und ambitionierten Leuten teilen.

"Das hat gut funktioniert"

Sagstetters Thema an der Universität in Oklahoma-City: Die historische Aufführungspraxis klassischer Musik auf Tasteninstrumenten. "Das hat recht gut funktioniert", erzählt Sagstetter vom Verlauf der Unterrichtseinheiten an zwei Nachmittagen mit jeweils gut 25 bis 30 Leuten - in englischer Sprache: Konkret ging es dabei darum, wie historische Werke aus der damaligen Zeit möglichst authentisch interpretiert werden - etwa im Hinblick auf Fingersatz, Artikulation und Stimmung.

"Kleine Pfeiforgel Musik"

Einer der Studenten - Charles Carter Henning - dankte Sagstetter auf besondere Weise für den Unterricht und widmete dem Gast aus Bayern eine Komposition für "Kleine Pfeiforgel Musik", wie es auf dem Notenblatt heißt. Einer der Höhepunkte war ein Orgelkonzert Sagstetters mit Werken von Bach, Muffat und weiterer europäischer Komponisten. Die Veranstaltung war im Internet übertragen worden. Daneben gab es viele Besichtigungen während des Aufenthalts - unter anderem eine Tour auf der legendären Route 66: "Als Musiker wollte ich die schon ein Stück fahren, das gehört einfach dazu." Ein Kaffeebecher auf dem Schreibtisch in Sagstetters Musikzimmer erinnert an die Fahrt auf einem Teilstück der 700 Kilometer langen Strecke durch den Bundesstaat Oklahoma. "Die Leute sind interessiert und aufgeschlossen." Den Studenten zeigte Sagstetter auf seinem Smartphone und auf der Internet-Seite der Pfarrei Bilder von der Basilika. "Die waren von dem Bauwerk begeistert." Überrascht haben den gebürtigen Niederbayern die Studiengebühren: 3500 Dollar müssen US-Bürger pro Semester bezahlen, Ausländer doppelt so viel. "Für mich war es der erste Besuch in den Vereinigten Staaten", sagt Sagstetter. Der letzte war es nicht: In zwei Jahren will der Waldsassener wieder nach Oklahoma als "Visiting Artist" kommen. Dann wird auch seine Familie mit dabei sein.
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