Wovon Bienen träumen: Blühende Wiesen, Gärten und Ackerrandstreifen von Frühjahr bis Herbst - ...
Erhalt der Völker geht nicht nur Imker etwas an

Die Produktion von vielen für den Menschen wichtigen Nahrungsmitteln ist von der Bestäubung durch Bienen abhängig. "Damit geht der Erhalt der Bienenvölker uns alle an", sagt Expertin Dr. Friedgard Schaper. Bild: Dr. Fiedgard Schaper/hfz
Lokales
Waldsassen
07.04.2015
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"Wer Bienenweide sät wird Honig, Samen und Früchte ernten." Mit diesen Worten schloss Dr. Friedgard Schaper ihren Vortrag über Bienen und Blüten. 35 Imker, Gartenbesitzer und weitere Interessierte waren gekommen, worüber sich Umweltstation-Leiter Michael Selinger freute. Bereits im Vorfeld des Vortrags diskutierten die Experten angeregt die hohen Verluste in Bienenvölkern. Für Dr. Schaper ist der Grund eindeutig: Mangelndes Nahrungsangebot durch herrschende Trachtlücken. Denn für das Überleben der Bienen wäre eine abwechslungsreiche Tracht von Februar bis Oktober besonders wichtig. Nur so könnten die fleißigen Helfer das ganze Jahr über Nektar und Pollen finden. Leider wäre dies in der heutigen Zeit nicht immer gewährleistet: Viele Gärten bestünden lediglich aus englischem Rasen und Zierpflanzen mit gefüllten Blüten.

Verantwortungslos

Diese lieferten keinen oder nur wenig Pollen und Nektar. "Ein Zeichen von Verantwortungslosigkeit", findet Dr. Schaper. Denn schließlich sei die Produktion von vielen für den Menschen wichtigen Nahrungsmitteln von der Bestäubung durch Bienen abhängig. "Damit geht der Erhalt der Bienenvölker uns alle an."

Monokultur kostet Vitalität

Auch Josef Ernst, Vorsitzender des Imkervereins Waldsassen, bestätigte in seinem Grußwort aus eigener Erfahrung, dass zunehmender Anbau von Monokulturen auf Kosten der Vitalität der Bienen gehe. Seine Bienenvölker im Natur- und Erlebnisgarten entwickelten sich durch das vorhandene ganzjährige Blüh-Angebot im Vergleich zu anderen Standorten sichtbar besser, erklärte Josef Ernst. Dazu passte auch der Einwand eines weiteren anwesenden Imkers: Er bemerkte, dass viele Landwirte in seiner Nachbarschaft hauptsächlich Mais anpflanzten.

Mais völlig ungeeignet

Doch der sei für die Bienen als Nahrungsquelle ungeeignet. Dr. Friedgard Schaper betonte, dass hier Aktivismus gefragt sei: "Da gehen sie doch einfach mal zu Ihrem Nachbarn und schenken ihm eine Blüh-Mischung der Veitshöchheimer Bienenweide." Diese wäre speziell für Biogas-Anlagen geeignet. (Info-Kasten)
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