Wunder von Bethlehem im Stiftlandmuseum

Etwa 40 Kastenkrippen in allen Größen gehören zur Präsentation.
Lokales
Waldsassen
20.11.2014
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Die Geburt Christi ist eines der wichtigsten Ereignisse im religiösen Jahreslauf. Vielerorts erinnern in der Region Krippendarstellungen an das Wunder von vor über 2000 Jahren im Stall zu Bethlehem. Pünktlich zur Adventszeit präsentiert das Stiftlandmuseum eine neue Dauerausstellung dazu.

Die meisten Teile stammen aus dem eigenen Fundus. Den Rest haben Leihgeber beigesteuert. Am heutigen Donnerstagabend wird im Stiftlandmuseum die neugestaltete Krippenpräsentation offiziell eröffnet. Konzipiert ist sie als Dauerausstellung.

Enorm viel Zeit investiert

"Ohne Hans Zölch wäre das nichts geworden", lobt Museumsleiter Adolf Gläßel seinen Mitstreiter, der in der Hauptsache für den Aufbau verantwortlich zeichnet. Vor allem in die Landschaft und den Aufbau der Mitterteicher Stingl-Krippe, dem Herzstück der Präsentation, hat er enorm viel Zeit investiert.

Gleich im Eingangsbereich auf der linken Seite, hat er eine große Landschaft dafür aufgebaut, in der, aufgeteilt in 14 Szenen, etwa 300 der insgesamt 400 wertvollen Figuren Platz finden. "Eine der bedeutendsten Sammlungen im gesamten Landkreis, die seit 1965 in Waldsassen ist", sagt Gläßel. Die Stingl-Krippe mit insgesamt über 400 Figuren ist eine der bedeutendsten Krippen im Landkreis. Hans Zölch hat dafür mit Teilen aus Museumsbeständen eine bemerkenswerte Krippenlandschaft gebaut.

Der Schöpfer dieser großartigen Figuren war der Schlossermeister Philipp Stingl aus Mitterteich. Er wohnte am Oberen Markt 19 (alte Hausnummer 11a). Gestorben ist er 73-jährig im Jahre 1905. In seiner Freizeit schnitzte er Krippenfiguren. Sein Werk umfasst zahlreiche biblische Szenen. Unter anderem die Geburt, die Flucht, den Jakobsbrunnen, die Hirten-Verkündigung, Gabenbringer, die Anbetung der Könige, den großen Königszug, einen Eremiten, die Beschneidung, die Tempellesung oder das große Hirtenfeld.

Bedeutsam sind auch die zahlreichen Einzelfiguren, wie der Goasreiter, Hirten-Stückln, Engelsfiguren oder wilde Tiere. "Mit der Präsentation im Stiftlandmuseum hat die Stingl-Sammlung einen würdigen Platz gefunden und stellt eine bedeutsame Bereicherung der Abteilung dar", sagt Gläßel.

Heidler-Krippe aus Hof

Eine weitere ganz besondere Krippe ist die von Peter Heidler aus Hof. Als Spende überreichte er die komplette Krippe seines Vaters Anton, der aus Grünlas im Kreis Elbogen im Egerland stammt. Die Krippenfiguren im Egerländer Stil hat der gelernte Maurer in den 1960er Jahren aus Porzellanmasse gefertigt und anschließend bemalt.

Daneben finden sich in der umgestalteten Abteilung zwei mechanische Krippen in denen viele Teile beweglich sind sowie 40 Krippenkästen von klein bis ganz groß und neun Stücke, die der Kategorie "Jesulein in Wachs und Holz" zugeschrieben werden. Auch ein Originalstück aus dem Jahr 1900 aus Tirschenreuth ist vorhanden. Es zeigt den 12-jährigen Jesus bei den Schriftgelehrten im Tempel. "Wir haben einen riesigen Fundus an Figuren und Krippen", erklärt Adolf Gläßel. "So ist es für uns ein Leichtes, die Dauerausstellung immer wieder neu zu bestücken. Öfter vorbeischauen lohnt sich also."
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