Zeitungen hinterm Schaufenster

Ihr wisst gar nicht, was ihr für Schätze da habt.
Lokales
Waldsassen
24.11.2014
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Die Themen gemischt, die Beiträge erfrischend: Beim Punkt "Wünsche und Anträge" in der Bürgerversammlung gab es Anregungen, Kritik und auch Komplimente.

Die Verkehrsbelastung in der Innenstadt kam in der Bürgerversammlung am Donnerstag ebenfalls zur Sprache, allerdings nur am Rande. "Kriegen wir die Umgehung bald oder nicht?", meldete sich Franz Trisl zu Wort. Gleich mehrere Punkte hatte "Zauberer Franz" parat, nannte weitere Anliegen - etwa die Forderung nach Arbeitsplätzen für junge Leute oder nach mehr Hundetoiletten im Stadtgebiet.

Von Zigarettenstummeln und anderen Hinterlassenschaften in den Ritzen des Pflasterbelags am Gehweg sowie Blumenkästen berichtete Gabriele Salomon. Bruno Salomon kritisierte den Zustand vor den Glascontainern. "Die werden mit Müll-Abladestellen verwechselt." Eine Zuhörerin, nach eigenen Angaben "Neu-Waldsassnerin", beklagte die vielen leeren Schaufenster von Geschäften in der Innenstadt: "Das vermittelt den Eindruck, dass Waldsassen eine sterbende Stadt ist." Vielleicht gebe es Vereine, die die teils mit vergilbten Zeitungen verklebten Fenster gestalten würden, so die Anregung.

Wie Hasen

Die dringende Notwendigkeit einer Verlegung des innerstädtischen Durchgangsverkehrs brachte auch Jürgen Klein zur Sprache. "Mir ist aufgefallen, dass die Leute wie Hasen über die Straße springen", sagte der 55-Jährige. Er ist nach eigenen Angaben aus dem Münchener Umland nach Waldsassen gezogen und zeigte sich in seinem Beitrag von der Region recht angetan.

"Ich habe teilweise den Eindruck, ihr wisst gar nicht, was ihr für Schätze da habt", sagte der Sprecher - einer Feststellung, der Bürgermeister Bernd Sommer später zustimmte: "Wir reden uns schlechter als wir sind." Zuvor breitete Klein, der nach eigenen Angaben noch nach München zur Arbeit pendelt, einen ganzen Strauße von Komplimenten aus. Etliche Handwerker hätten im Haus gearbeitet, alles einheimische Firmen. Die hätten so schnell, so toll gearbeitet. "Das habe ich in den 20 Jahren im Münchener Umland nicht erlebt", sagte Kern und freute sich über die angenehme Aufnahme in der Klosterstadt. Oberbayern wird besser bedient als die Oberpfalz", wusste der Sprecher und forderte die Politiker auf, immer wieder die Stimme dagegen zu erheben "... um aus dem Hinterland auf sich aufmerksam zu machen".

Daneben unterstrich der Redner die vielen Wanderwege, verwies aber auf den einen oder anderen Mangel - etwa herunterhängende Äste oder am religiösen Besinnungspfad die fehlende Arche Noah oder das "angekokelte" muslimische Symbol.

Es gab auch dramatische Momente in der Bürgerversammlung: Johann Bruischütz beklagte, der Konkurrenz für sein Lokal in der Prinzregent-Luitpold-Straße werde Tür und Tor geöffnet. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit ließ sich Bruischütz später am Rednerpult von Thomas Urbanek vertreten. Er verlas für seinen Schwiegervater einen umfangreichen Antrag - etwa im Hinblick auf die Verkehrsregelungen in der Innenstadt. (Weiterer Bericht folgt)
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