Zum Sekt ein Stück Bauernbrot

Diplom-Geoökologe Michael Selinger (Zweiter von rechts) freut sich zusammen mit der historisch gekleideten Festrednerin Ulrike Gschwendtner, Museumsleiter Adolf Gläßel (rechts) und einem weiteren Besucher über das Interesse an den liebevoll gestalteten Vitrinen. Bilder: kgg (2)
Lokales
Waldsassen
29.03.2015
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Früher Mangel - heute Überfluss: Dass sich die Ernährungsgewohnheiten stark gewandelt haben, zeigt sich bei der neuesten Ausstellung im Stiftlandmuseum.

Mit der Eröffnung von gleich zwei Sonderausstellungen lässt das Museum aufhorchen. Ein Festakt am Freitagabend im großen Rathaussaal mit anschließendem Rundgang durch die Ausstellung bot den feierlichen Rahmen. "Unser tägliches Brot - Ernährung einst und heute" sowie "150 Jahre Eisenbahn im Stiftland" lauten die beiden Titel.

"Mir ist wurst wie dick das Brot ist - solange die Wurst dicker als das Brot ist." Mit diesem Spruch hieß schmunzelnd Bürgermeister Bernd Sommer die zahlreichen Gäste willkommen. Er könne sich gut vorstellen, dass dieser Slogan vor mehreren Jahrzehnten entstand, als es an Wurst mangelte und auch sonstige Lebensmittel vielfach nicht vorhanden waren. Wie groß der Mangel war gegenüber der Ernährung von heute, zeige ein Blick in die Vitrinen im Museum auf vielfache Weise, sagte Sommer. Besonders freute er sich, dass zur Eröffnung auch der Bürgermeister der neuen tschechischen Partnerstadt Chodov, Patrick Pinzinger mit Familie, und sein Stellvertreter nach Waldsassen gekommen waren.

In einem ersten Kurzvortrag schilderte Ulrike Gschwendtner, gekleidet angelehnt an die damalige Zeit, die Ernährung um das Jahr 1200, den Anbau von Feldfrüchten und andere Dinge, die damals zum Lebensunterhalt dienten. Anneluise Haberkorn, Ernährungsberaterin der AOK Tirschenreuth, ging in einem zweiten Vortrag auf die Ernährung heute ein. Angesichts der vollen Kühlregale und Truhen in den Märkten gebe es Gott sei Dank keinen Mangel mehr in Sachen Ernährung. Man müsse eher lernen, mit dem Überfluss umzugehen und sich genügend Bewegung zu verschaffen.

"So können wir auch in diesem unseren Schlaraffenland gesund werden", sagte die Ernährungsberaterin. Sie wünschte den Zuhörern, dass sie dazu viele Anregungen beim Rundgang durch die Ausstellung aufnehmen.

In einem dritten Vortrag blickte Bernhard Baumgärtl von den Waldsassener Modelleisenbahnfreunden auf "150 Jahre Eisenbahngeschichte im Stiftland" zurück. Er bedauerte, dass die Eisenbahn, die über viele Jahrzehnte das Bild des Stiftlandes mit geprägt hat, aus den meisten Orten verschwunden ist. Baumgärtl ließ die Eisenbahngeschichte ab 1835, als der erste Zug von Nürnberg nach Fürth fuhr, in chronologischer Reihenfolge Revue passieren.

Nach der Eröffnung, die Silvia Putzlocher von der Kreismusikschule mit dem Akkordeon umrahmte, folgte der Rundgang im Stiftlandmuseum. Hier wurden die Besucher mit Sekt begrüßt - und konnten dazu ein Stück Bauernbrot mit Butter verzehren. In 15 Vitrinen und an jeder Menge Schautafeln gibt es viel über die Ernährung in der Vergangenheit und heutige Konsumgewohnheiten zu erfahren. Schon am Eröffnungsabend zollten viele Gäste der Museumsleitung Anerkennung für die vielfältige Präsentation.
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