Anlagen am Ortsausgang Waldsassens und bei Hundsbach
Vor der Kamera

Nicht zu übersehen sind die Kameras in beiden Fahrtrichtungen am Ortseingang in der Mitterteicher Straße. Weitere Geräte sind bei Hundsbach installiert. Bild: pz
Politik
Waldsassen
29.03.2016
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Das hieße ja, dass wir vom Verkehrssystem abgeschnitten werden. Das darf eine Stadt wie Waldsassen nicht.

Schon seit Tagen ist die Anlage Anlass für Spekulationen: Wird dort beobachtet, ob Autofahrer den Sicherheitsabstand einhalten? Oder haben die Kameras sogar Temposünder im Visier? Nichts dergleichen.

Ein Sprecher des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach erklärte am Dienstag auf NT-Anfrage, dass die beiden Kameras am Ortsausgang Waldsassen in der Mitterteicher Straße mit den Planungen für die Verlegung der Bundesstraße B 299 zu tun haben. Nähere Einzelheiten waren aber zunächst nicht zu erfahren. Weitere Kameras in beiden Fahrtrichtungen sind auf der bereits fertiggestellten Ortsumgehung Hundsbach installiert - bei der Brücke vor der Abfahrt in den Ort.

Kurz vor Ostern ließ Bürgermeister Bernd Sommer im Zusammenhang mit der Aufnahme des Straßenbauprojekts in den Bundesverkehrswegeplan (wir berichteten) durchblicken, dass die Verkehrsprognosen ein wesentliches Element bei den laufenden Vorbereitungen für den Planfeststellungsbeschluss sind. Dieser wird bekanntlich im Laufe diesen Jahres erwartet. Zurzeit aber, so wusste Sommer, würden noch immer die Eingaben des Erörterungstermins im Sommer 2015 abgearbeitet. Nicht besonders viel hält Bürgermeister Bernd Sommer von Schuldzuweisungen, wer in den vergangenen Jahren was zu verantworten hat und welche Entscheidungen nicht oder falsch getroffen worden sind. "Das hilft uns nicht weiter und darum geht's auch nicht", sagt Sommer.

Der beste Bauzustand


"Es geht darum den besten Bauzustand herzustellen", erklärt der Bürgermeister - auch vor dem Hintergrund des in den nächsten Jahren noch weiter zunehmenden Verkehrs zwischen Ost und West. Genau deshalb lasse die Baubehörde die vorliegenden Zahlen und Erhebungen noch einmal vertiefen.

Das hieße ja, dass wir vom Verkehrssystem abgeschnitten werden. Das darf eine Stadt wie Waldsassen nicht.Bernd Sommer über die Sperrung der Innenstadt für den Lkw-Verkehr.


Sperrung für Lkw-Verkehr keine OptionAktuelle Zahlen über das Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße B 299 liegen auch in der Stadtverwaltung noch nicht vor. "Ich habe keinen Plan B", erklärt Sommer auf die Frage, ob er für die nicht unumstrittene Lösung auf der sogenannten "Regional-Trasse" eine Alternative hat. Und erklärt dann sehr deutlich, dass die wiederholt geforderte Sperrung der Bundesstraße für überregionalen Lkw-Verkehr keine Option ist. "Wir haben ein Straßennetz in Deutschland, wo die Verkehrsströme laufen." Eine Sperrung hieße doch nur, den Status des Verkehrswegs als Bundesstraße aufzugeben. "Wir würden vom Bund ja verlangen: Stuft die Straße zurück!" Dies aber könne keine Lösung sein. "Das hieße ja, dass wir vom Verkehrssystem abgeschnitten werden. Das darf eine Stadt wie Waldsassen nicht." Sommer verweist darauf, dass nicht nur überregionaler Verkehr die Innenstadt belastet. "Da läuft schon einiges durch", sagt Sommer über Lastzüge regionaler Firmen. Weil Waldsassen und Cheb gemeinsames grenzüberschreitendes Mittelzentrum ist, sind auch in der tschechischen Nachbarstadt zugelassene Lkw-Züge regionaler Schwerlastverkehr. Dieser werde zudem nach Ausweisung weiterer Gewerbeflächen noch mehr.
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Benedikt Wolf aus Amberg in der Oberpfalz | 29.03.2016 | 23:28  
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