Bei der Begründung der Patenschaft vor 60 Jahren
Tausende Gäste in Waldsassen

Vertreter der Eghalanda Gmoi beim Treffen im Jahre 2008 mit dem damals neu gewählten Bürgermeister Bernd Sommer und Karl-Hans Hofmann (von rechts). Der Geschäftsführer im Rathaus koordiniert jeweils die Vorbereitungen für die Chodauer Heimattage in der Patenstadt Waldsassen. Bild: Archiv Treml/hfz
Politik
Waldsassen
08.07.2016
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Höhepunkt des Treffens zur Begründung der Patenschaft im Juli 1956 war der Feldgottesdienst auf dem Klosterhof mit vielen Vereinsabordnungen. Bild: Archiv Treml/hfz

Ein bedeutsames Ereignis im Festjahr "120 Jahre Stadt Waldsassen" bildet das 60-jährige Bestehen der Patenschaft Waldsassen-Chodau. Dieses Wochenende wird das Jubiläum gewürdigt.

Zum 31. Chodauer Heimattag am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Juli, werden wieder zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland in der Klosterstadt erwartet, außerdem auch Besucher aus der Stadt Chodau/CZ. Denn vor geraumer Zeit entstand mit den Partnern in Tschechien eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit: Am 17. Januar 2015 ist mit dem Abschluss der Partnerschaft zwischen Waldsassen und der tschechischen Stadt Chodov ein neues, zukunftsweisendes Kapitel in den beiderseitigen Beziehungen aufgeschlagen und besiegelt worden.

Grenzlandtreffen


Begründet wurde die Patenschaft bekanntlich am 21. Juli 1956 zwischen der Stadt Waldsassen und den führenden Repräsentanten aus Chodau bei Karlsbad, um den früheren Bewohnern eine neue Heimat zu bieten. Denn schon im Mittelalter bestanden enge historische Verbindungen zwischen dem Ort Chodau und dem damaligen Kloster Waldsassen. So fiel - nach der leidvollen Vertreibung - die Idee einer solchen Patenschaft in den frühen 50er Jahren auf fruchtbaren Boden. Dazu organisierte die Eghalanda Gmoi Waldsassen zusammen mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft für die Tage vom 21. bis 23. Juli 1956 ein großes Grenzlandtreffen der Egerländer in der Klosterstadt, an dem damals an die 10 000 Gäste und Besucher teilnahmen.

Nach der Beschlussfassung durch die Gremien folgte die Würdigung und feierliche Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde im historischen Bibliothekssaal, musikalisch umrahmt vom Waldsassener Kammermusikkreis. In der Urkunde verpflichtete sich Waldsassen ausdrücklich zur "stammesbrüderlichen Pflege der Tradition und Kultur der Patenschaftsstadt Chodau".

Mut und Zuversicht


Der letzte Bürgermeister Josef Christl dankte dem Waldsassener Bürgermeister und den Stadträten für diesen bedeutsamen Beschluss. Ein weiterer Höhepunkt des Treffens stand dann am Sonntag an mit dem Feldgottesdienst auf dem Klosterhof, zelebriert vom späteren Abt Maurus Schmid. Die ergreifende Predigt hielt der letzte deutsche Pfarrer von Chodau, Ferdinand Brändl, der seinen vertriebenen Landsleuten wieder Mut und Zuversicht in der neuen Heimat gab.

Weitere Etappen bildeten dann am Vormittag noch ein Festakt auf dem Johannisplatz und am Nachmittag der obligatorische Festzug durch die Straßen der Stadt. Seit 1956 finden sich nun alle zwei Jahre die Chodauer Landsleute in Waldsassen zum Heimattreffen ein. Dabei haben sich die Waldsassener Bürgermeister und die Verantwortlichen stets für die Vertiefung und Belebung der Patenschaft eingesetzt. Mit der Grenzöffnung am 1. Juli 1990 ergaben sich völlig neue Verhältnisse und Möglichkeiten, wobei nun die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien unter Einbeziehung der Sudetendeutschen eine große Bedeutung erlangte. Dazu bildete der Abschluss der Partnerschaft zwischen Waldsassen und der tschechischen Chodau am 19. Januar 2015 einen bedeutsamen und zukunftsweisenden Schritt, zumal auch zwischen den beiden Bürgermeistern der Partnerstädte Bernd Sommer und Rupert Pizinger eine überaus freundschaftliche Atmosphäre und ein guter Draht herrscht.

Sonderausstellung


Zur Feier des 60-jährigen Patenschaftsverhältnisses und zum Abschluss der aktuellen Partnerschaft wird auch im Stiftlandmuseum Waldsassen eine kleine Foto- und Sonderausstellung präsentiert, die auch zu den Öffnungszeiten jederzeit besichtigt werden kann. (Info-Kästen)

Standarte als Symbol der PatenschaftAuch in kultureller Hinsicht hat die Patenschaft zahlreiche Früchte getragen. So gibt es seit 1958 die "Chodauer Straße"; 1962 entstand die Chodauer Heimatstube, die sich heute im Stiftlandmuseum Waldsassen befindet. Später folgte der Heimatbrunnen in der Grünanlage am Bahnhof mit den Wappen von Waldsassen, Chodau und Marcoussis und die Enthüllung eines Findlings als Gedenkstein in der Chodauer Straße. Beim Chodauer Heimattag 1988 wurde die neue Standarte als Symbol der Patenschaft vom damaligen Domvikar Josef Peter, Würzburg einem Chodauer Landsmann, feierlich geweiht, der 2015 verstarb. Als Träger der Standarte fungierte lange Jahre Erich Werner aus Tirschenreuth, der erst vor wenigen Monaten zu Grabe getragen werden musste.


Das FestprogrammDas Heimattreffen beginnt am Samstag, 9. Juli, mit einem Busausflug nach (Eger) um 13.45 Uhr (Treffpunkt: Großparkplatz Joseph-Wiesnet-Straße). Rückfahrt ca. 16.30 Uhr. Um 17 Uhr Besuch der Sonderausstellung Stiftland-Egerland (Jubiläum 60 Jahre Patenschaft). 20 Uhr Egerländer Heimatabend im Hotel "Forsthaus" (Pirkl). - Am Sonntag, 10. Juli, ab 9 Uhr Standkonzert am Basilikaplatz (Stadtkapelle) um 9.30 Uhr Gedächtnisgottesdienst in der Basilika. Die Stadtkapelle gestaltet den Gottesdienst musikalisch. Um 11.30 Uhr Kranzniederlegung im Friedhof beim Ehrenmal (Treffpunkt Unterer Eingang zum Friedhof). 14 bis 17.30 Uhr Festnachmittag im Jugendheim (mit Festmusik). (pz)
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