Bei Rettungsdienst-Einsätzen östlich von Waldsassen
Vorgabe nicht zu erfüllen

Nach der Alarmierung binnen 12 Minuten am Einsatzort sollte der Rettungswagen. Notarzt Dr. Wolfgang Fortelny zeigt auf, dass die Frist der Verlegung der Rettungswache nach Mitterteich im Bereich östlich Waldsassens und im Raum Neualbenreuth nicht immer eingehalten werden kann. Archivbild: Grüner
Politik
Waldsassen
04.03.2016
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12 Minuten. So lange darf es maximal dauern, bis der Rettungsdienst kommt. Kein Problem, heißt es offiziell beim BRK. Dr. Wolfgang Fortelny hält dagegen - und nennt Zahlen aus seiner Erfahrung als Notarzt.

"Das stimmt so nicht", sagt Dr. Fortelny unmissverständlich zu den Aussagen im NT-Bericht über den Besuch der Freie Wähler-Kreistagsfraktion in der neuen Rettungswache an der Ortsumgehung Mitterteich (Donnerstag-Ausgabe).

Schnell wie der Transrapid


Dort war erklärt worden, dass am neuen Standort Mitterteich die Vorgabe des Instituts für Notfallmedizin erfüllt werden könnten - nämlich alle Orte im Einsatzgebiet innerhalb der gesetzlichen Frist von 12 Minuten zu erreichen. Dr. Fortelny bezweifelt dies - etwa bei Einsätzen in Neualbenreuth. Der in Waldsassen wohnende Notarzt, der mit eigenem Auto von daheim aus zu den Einsätzen startet, sagt dazu: "Ich schaffe es gerade in 12 Minuten." Der Notfallmediziner ergänzt süffisant, dass der Rettungsdienst nach Neualbenreuth wohl kaum mit dem Transrapid unterwegs wäre. "Der fährt bekanntlich in 10 Minuten vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen."

14- bis 19 Minuten


Bei Einsatzfahrten wäre zu berücksichtigen werden, dass niemand - auch er nicht - in dieser Jahreszeit nachts und bei Glätte mit Tempo 120 durch den Wald rasen könne. "An der Straße stehen die Rehe", beschreibt Dr. Fortelny etwa die Gefahren, die vorsichtiges Fahren gebieten, auch wenn's pressiert. Zwischen 14 und 19 Minuten würden locker benötigt, weiß Dr. Fortelny über die Dauer, bis der Rettungswagen von Mitterteich aus bei Einsätzen vor Ort sei. Konkret wären dies Münchenreuth, Hundsbach, Querenbach, Hardeck, Poxdorf, Neualbenreuth und Sibyllenbad.

"Ich sehe ja, wenn ich bei den Einsätzen bin und wann der Rettungsdienst kommt", sagt Dr. Fortelny über die tägliche Praxis. Und stellt nebenbei klar, dass das Krankenhaus Waldsassen schon seit geraumer Zeit keine Notärzte mehr stellt. Einsätze in Neualbenreuth würden inzwischen laut Dr. Fortelny bereits nicht mehr von Mitterteich sondern von Tirschenreuth aus angefahren - über Wondreb und das Egerer Waldhäusl.

Noch keine AntwortMit Vertretern des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz hätte der Stadtrat eigentlich seiner Sitzung am kommenden Montag, 7. März die Situation des Rettungsdienstes erörtern wollen. Doch das Treffen wird es am Montag nicht geben, erklärte Bürgermeister Bernd Sommer auf NT-Anfrage. Die Diskussion in der Stadtratssitzung habe mit dem Zweckverbands-Vorsitzenden, dem Neustädter Landrat Andreas Meier, abgestimmt werden müssen. Eine Antwort auf die Anfrage stehe noch aus. (pz)
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