Bürgermeister Bernd Sommer vor Chodauern
Patenschaften unendlich

Mit je einem besonderen Tropfen aus Regensburg bedankte sich der Vorsitzende des Chodauer Heimatausschusses, Josef Moder (2. von links), bei Bürgermeister Patrik Pitzinger aus Chodov, dem Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer (2. von rechts) und Inghild Weber (rechts). Sie führt seit Jahren die Chodauer Heimatkartei und pflegt den Kontakt zum Chodauer Heimatbrief. Bild: wro
Politik
Waldsassen
13.07.2016
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Alles war vorbereitet. Ein sehr wichtiges Detail aber fehlte. Dem aufmerksamen Bürgermeister war es zu verdanken, dass der Platz hinterm Rednerpult mit der Standarte geschmückt werden konnte.

Bernd Sommer trug das "Wahrzeichen" der Chodauer die Treppe hinauf, anschließend quer durch den Saal, um es dann vorne - neben sich - aufzustellen zu können. Mit einer großen Festveranstaltung im Saal des Waldsassener Jugendheims ging der 31. Chodauer Heimattag zu Ende. Vorausgegangen war ein zweitägiges Rahmenprogramm.

Keine Momentaufnahme


"Eine Patenschaft ist etwas anderes als eine Partnerschaft", begann Bürgermeister Sommer seine Ansprache, blickte dabei immer wieder auf die Standarte. Anders als eine Partnerschaft sei sie keine Momentaufnahme, fuhr er fort: "Patenschaften sind unendlich und haben auf Dauer Bestand."

Mit diesem klaren Bekenntnis vor zahlreichen Chodauern eröffnete Bürgermeister Bernd Sommer die Abschlussveranstaltung des 31. Chodauer Heimattages in der Klosterstadt. In die Runde der Anwesenden blickend stellte der Waldsassener fest: "Man spürt, dass die Menschen glücklich darüber sind." Die jüngsten Ereignisse in Großbritannien machten jedoch nachdenklich, sagte Sommer. "Haben wir vergessen, was das vereinigte Europa eigentlich ausmacht?" Als wichtigstes Ziel nannte er die Sicherung des Friedens. "Heute - am Chodauer Heimattag - wollen wir die Freundschaften pflegen", fuhr Sommer fort. Trotz allem stelle sich die Frage, ob die Veranstaltung heutzutage überhaupt noch zeitgemäß sei. Sommer bedauerte, dass die Zahl derer, die den Heimattag besuchen von Mal zu Mal kleiner werde. In seinen Augen sei das jedoch noch lange kein Grund mit einer langjährigen Tradition langsam zu brechen. Im Gegenteil, Sommer betrachtete die Patenschaft als gegeben, mit einem deutlichen Ja zur Freundschaft und zur beschlossenen Patenschaft schloss er seine Grußworte.

"Chodau lebt weiter in Chodov", wandte sich der Vorsitzende des Chodauer Heimatausschusses Josef Moder an Patrick Pitzinger, dem Bürgermeister der Stadt Chodov. Moder zeigte sich glücklich über das Bemühen der Stadt um die Pflege der Heimat- und Stadtgeschichte. "Ich danke Ihnen, dass das heutige Chodov die Geschichte lebendig erhält", dankte er dem Stadtoberhaupt aus Tschechien. Moder bedauerte, dass der Bezug zur ehemaligen Heimat verständlicherweise nachgelassen habe. "Die Leute werden halt immer weniger", ergänzte der Sprecher abschließend.

"Mir san stolz draaf"


Mit einer in deutscher Sprache gehaltenen Rede wandte sich schließlich Bürgermeister Pitzinger an die Chodauer, die zum Teil auch in Tracht erschienen waren. Sympathisch und überzeugend bekannte er sich zur Heimatpflege seiner Stadt. "Ich finde es richtig, dass in Chodov, die Geschichte Chodaus weitergeführt wird", zeigte sich Pitzinger stolz auf seine Kommune und bezeichnete die derzeitige Arbeit als ein Anliegen, vor allem aber einen wichtigen Beitrag zur Historie der Stadt. Bei böhmischer Musik, Kaffee und Kuchen wurden viele Erinnerungen ausgetauscht, alte Bilder gezeigt. Einige nutzten den Saal für ein Tänzchen. Viele waren von weit her gekommen, manche von ihnen hatten einen weniger anstrengenden Anreisetag. Selbst aus Chodau war ein älteres Ehepaar dabei. In ihrem urtypischen Dialekt gestanden beide gegenüber dem NT: "Mir san Chodauer und mir san stolz draaf."

"Wir sind bestrebt, den Heimattag in Waldsassen weiter zu pflegen", sagte Bürgermeister Bernd Sommer auf NT-Anfrage - wohlwissend dass der Kreis immer kleiner werde. Die Stadt Waldsassen sei sich seiner Patenschaft aber stets voll bewusst.

"Wir werden uns Gedanken machen"Dass der Kreis der Teilnehmer am Chodauer Heimattreffen immer kleiner wird, hatte sich schon beim Auftakt im Hotel-Gasthof "Zum ehemals königlich-bayerischen Forsthaus" abgezeichnet. Am Sonntag beim Festnachmittag im Jugendheim waren es dann rund 60 Leute; außerdem waren rund 40 Leute aus Sokolov und Chodov mit einem Bus nach Waldsassen zum Treffen gekommen.

In welcher Form der Heimattag künftig gewürdigt wird, hängt nun wohl von weiteren Gesprächen ab: Dies erklärte auf NT-Anfrage Karl-Hans Hofmann. Bei dem Geschäftsführer der Stadtverwaltung laufen traditionell die Fäden bei der Vorbereitung des Chodauer Heimattages zusammen. "Da werden wir uns Gedanken machen", sagt Hofmann über das weitere Vorgehen. Was die Organisation weiterer Heimattage werde sich die Stadt Waldsassen "nicht sträuben". Es solle andererseits aber auch niemand zum Besuch der Heimattage gezwungen werden, erklärte Hofmann im Hinblick auf die vergleichsweise geringe Anzahl von Teilnehmern. (pz)
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