Diskussion im Stadtrat über "Grottenweg-Beleuchtung"
Anderswo für mehr Publikum

Die ersten Straßenlaternen zur Beleuchtung des Wegs über den Mitterhof (im Hintergrund) und die Lourdes-Grotte zur Mammersreuther Straße würden beim Anwesen Triebenbacher (links) an der Ortsstraße nach Hundsbach beginnen - im Abstand von 40 Meter. Rund 90 000 Euro würde die Aktion kosten. Bild: kgg
Politik
Waldsassen
09.03.2016
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Zuschüsse gibt's keine. Nur für Gemeinden, die das Prädikat "Erholungsort" tragen dürfen. Ein solcher will Waldsassen werden, sobald die Kriterien erfüllt sind. Bis dahin zumindest ist das Projekt "Grottenweg-Beleuchtung" aufgeschoben.

CSU-Fraktionssprecher Andreas Riedl meinte, die Zahlen überträfen dies, "... was wir uns vorgestellt haben." Denn rund 90 000 Euro würde es kosten, wenn die von Spaziergängern, Joggern und Radlern beliebte Verbindung von der Mammersreuther Straße zum Mitterhof nachts mit Straßenlaternen erhellt wäre. Nach der Diskussion in der Januar-Stadtratssitzung (wir berichteten) war der für die Straßenbeleuchtung zuständige Vertragspartner, die Bayernwerk AG, zu den Kosten für eine solche Aktion befragt worden.

Alle 40 Meter eine Lampe


Pro 100 Meter Wegbeleuchtung, so die Auskunft, müssten 5000 Euro an Investitionskosten veranschlagt werden. Dafür wäre alle 40 Meter eine Leuchte installiert, informierte Stadtbaumeister Hubert Siller auf Nachfrage aus den Reihen der SPD-Fraktion. Für die zu beleuchtende Wegstrecke - immerhin 1800 Meter lang - ergäben sich eben die 90 000 Euro. "Die Kosten für solarbetriebene Leuchten fallen in Anschaffung und Unterhalt höher aus", heißt es dazu in der Vorlage des Bauamts zur Sitzung. Daneben schlagen die jährlichen Folgekosten - für Strom und für Wartung - den Angaben zufolge mit rund 2000 Euro zu Buche. Für die Fraktionen gab es vor dem Hintergrund der Fakten und der Situation im Haushalt keine große Diskussion mehr. Begrüßt worden ist der Vorschlag, den Antrag bei der Bürgerversammlung im November als "Schubladenprojekt" zu behandeln. Bei den Haushaltsberatungen 2017 solle die Sache noch einmal diskutiert werden.

Johannes Schuster (SPD) sagte, die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen. Der Fraktionssprecher wollte deshalb "lieber klein anfangen". Dazu schlug Schuster die Ausleuchtung der Parkanlage Schwanenwiese vor. Freier Wähler Johann Wurm bekräftigte ebenfalls, dass das Grottenweg-Projekt wohl zurzeit nicht zu realisieren wäre - und fügte süffisant hinzu, dass es vielleicht Leute gebe, die dort ganz gerne im Dunkeln spazieren würden. Monika Gerl (SPD) suchte nach Einsparmöglichkeiten und erkundigte sich deshalb, ob nicht auch weniger Leuchten ausreichten. Dazu erklärte Bürgermeister Bernd Sommer, dass pro 100 Meter höchstens eine Lampe eingespart werden könnte. Stadtbaumeister Siller verwies auf die dann extremen Dunkel- und Hell-Zonen und den dadurch erzeugten Blend-Effekt der Straßenlaternen.

Für ein breites Publikum


Stadtrat Harald Hertel bekräftigte seinen Vorschlag in der Januar-Sitzung und wünschte sich die Beleuchtung der Wegeverbindung zwischen Stegwiesenstraße und Neualbenreuther Straße. "Das wäre dann auch für ein breites Publikum." (Info-Kasten)

Straßen-Thema und AbwasserentsorgungWäre Waldsassen bereits jetzt Erholungsort, so könnten die Investitionskosten für eine Grottenweg-Beleuchtung mit zwischen 50 und 60 Prozent gefördert werden, hieß es auf Nachfrage im Rathaus. Das Prädikat allerdings ist noch nicht vergeben. Das dafür zuständige bayerische Innenministerium begründete dies beim jüngsten Antrag im Jahre 2015 mit der bislang noch ungelösten Verlegung der Bundesstraße. Außerdem wäre die Abwasserentsorgung noch nicht überall zentralisiert, so ein weiteres Kriterium. Keine Probleme bereitete die Anzahl der Gäste pro Jahr - das 7-Fache der Einwohnerzahl. Und die früher immer wieder zu geringe Verweildauer sei inzwischen als Bewertungskriterium nicht mehr gefragt. (pz)
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