Integrationsprojekt bei der Flüchtlingsunterkunft
Rundes Haus für alle Kulturen

Unter der Regie eines interkulturellen Trainerteams errichteten die Teilnehmer aus alten Lattenrost-Teilen einen "Green Dome". Die Aktion wird gefördert durch das europäische Kooperationsprojekt JPI Climate und das Bildungsministerium für Bildung und Forschung. Bild: hfz
Politik
Waldsassen
01.06.2016
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Rund 30 Leute waren eingebunden - Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Schützenstraße, Mitglieder aus den Reihen des Helferkreises sowie die Teilnehmer des Work-Camps in der Umweltstation.

Anlässlich des Aktionstages "Waldsassen blüht auf!" am Dienstag lief nachmittags zusätzlich eine Aktion zur interkulturellen Verständigung. "Ziel war es, im Rahmen eines interaktiven Programms über kulturelle Unterschiede zu informieren und mit eingängigen Übungen für ein besseres gegenseitiges Verständnis werben", heißt es in der Pressemitteilung der Organisation "Klimakom" zur Aktion. Außerdem sollte das Thema der ökologischen und sozialen "Nachhaltigkeit" vermittelt werden. So haben sich Helfer aus allen Kulturen zusammengetan und gemeinsam einen sogenannten "Green Dome" gebaut. Obgleich es zwischendurch ein bisschen durcheinander ging, lief das Ganze im Grunde sehr strukturiert ab: Ohne große Worte wurden Gruppen gebildet und Aufgaben verteilt.

Alte Materialien


"Die einzelnen Holzbausteine richtig zusammenzusetzen war auch weniger eine Frage der Sprachbarriere, denn der gegenseitigen Aufmerksamkeit und Achtsamkeit!" resümieren Sabine Hafner und Nina Hehn von Klimakom. Die Organisation hatte das Projekt gemeinsam mit der Universität Bayreuth und der Umweltstation Waldsassen initiiert. Ebenfalls im Sinne der Nachhaltigkeit wurden alte Materialien für einen neuen Zweck wiederverwendet. In diesem Fall wurden die Latten von Bettenrosten zu Baumaterial umfunktioniert.

"Upcycling nennt man das!" erklärt Roi Kfir vom Grandhotel Augsburg, der den Dome-Bau koordinierte. Denzil Manoharan von "Tür an Tür" aus Augsburg erläuterte zwischendurch die Theorie zu kulturellen Unterschieden und potenziellen Verständnisschwierigkeiten. Er betonte aber gleichzeitig auch die Gemeinsamkeiten: Diese haben alle Menschen zu teilen, wenn sie sich nicht nur als Teil einer Kultur, sondern als Menschen in einer gemeinsamen Umgebung bzw. in einer gemeinsamen Situation sehen. Am Ende standen alle Helfer voller Stolz vor dem fertigen Haus mit den runden Ecken. "Der Dome steht nun im Zentrum des interkulturellen Gartens. Deshalb sollten wir ihn möglichst schön und farbenfroh gestalten. Rosen und Wein könnte ich mir gut vorstellen",schwärmt Racib.

Eigentlich lieber Bohnen


Racib ist Agraringenieur und bringt nicht nur tatkräftige Hände, sondern auch wertvolles Fachwissen mit in die Gartenarbeit ein. Der Projektinitiator Michael Selinger von der Umweltstation Waldsassen hätte dort eigentlich lieber Bohnen gepflanzt. Für ihn ist es aber wichtiger, dass sich die Bewohner mit dem Garten identifizieren können: "Das ist euer Garten!".
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