Integrationsstammtisch in Waldsassen
Internationale Stammtischrunde

Zum vierten Integrations-Stammtisch im BRK-Heim waren jetzt rund 50 Erwachsene und Kinder dabei. Unter den Besuchern auch Pfarrer Thomas Vogl (am Tisch links, Zweiter von rechts). Bild: hfz
Politik
Waldsassen
11.10.2016
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Die Leute waren gut gelaunt, die Kinder spielten gemeinsam und hatten keinerlei Berührungsängste: Am Integrations-Stammtisch im BRK-Heim nahmen jetzt gut 50 Besucher Platz.

Bereits zum vierten Mal hatten Markus Scharnagl als Integrationsbeauftragter der Stadt Waldsassen und der Helferkreis Waldsassen zur Begegnung mit Flüchtlingen eingeladen. Unter den Gästen war auch Pfarrer Thomas Vogl. Eine der in Waldsassen lebenden aserbaidschanischen Familien hatte landestypische Spezialitäten vorbereitet. Die internationale Stammtischrunde verbrachte einen kurzweiligen Abend. "Besonderer Dank gilt dem BRK, das wie immer die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat", heißt es in der Pressemitteilung von Markus Scharnagl über den Stammtisch. Dessen eigentlicher Hintergrund: Menschen aus Waldsassen und Umgebung sollten die neuen Mitbürger näher kennenlernen. Auch könnten sich dort Interessenten über die Arbeit mit Flüchtlingen informieren - "... verbunden mit dem Wunsch, das sich der ein oder andere findet, der sich dann mehr oder weniger aktiv im Helferkreis engagiert."

Angebot wenig genutzt


Das Angebot werde aber nur wenig genutzt, bedauert Scharnagl. "Deshalb gebührt dem aktiven Helferkreis im Waldsassen umso höhere Anerkennung für die Leistungen der vergangenen Monate." Der Integrationsbeauftragten dankt allen, die nach wie vor, neben Beruf und Familie, viel Zeit und Energie aufbringen und selbstlos mit ihrem Engagement zur Integration der Flüchtlinge beitragen. "Umso größer ist die Freude, das zum ersten Mal auch der Helferkreis aus Neualbenreuth mit zwei Flüchtlingsfamilien, die zukünftig in Waldsassen wohnen werden, beim Stammtisch dabei war." Die Helferkreise tauschten den Angaben zufolge ihre Erfahrungen aus. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass die künftigen Herausforderungen bewältigt werden, wenn die Kräfte gebündelt werden.

Neben den Aufgaben bei der Erstbetreuung und der laufenden Betreuung ankommender Flüchtlinge stehe nun das Thema Wohnungssuche im Vordergrund. Im Landkreis lebten knapp 35 Prozent der anerkannten Flüchtlinge als sogenannte "Fehlbeleger" in den für Asylsuchende bereitgestellten Unterkünften. "Die Stadt Waldsassen hatte im Februar das Problem erkannt und durch einen Aufruf an die Bevölkerung die Initiative ergriffen, geeigneten Wohnraum zu finden", teilt Scharnagl mit.

In 14 Wohnungen


Markus Scharnagl hatte den Kontakt zu potenziellen Vermietern hergestellt. Mittlerweile sei es gelungen 29 anerkannte Flüchtlinge in 14 Wohnungen unterzubringen - für Einzelpersonen oder in einem Fall sogar für eine 6-köpfige Familie. Auch hier sei der Helferkreis gefordert: Die anerkannten Flüchtlinge benötigen Unterstützung bei Behördengängen und Hilfe beim Einrichten der Wohnungen - von der Suche nach geeigneten Möbeln, Transport und Aufstellen bis zur Unterstützung bei Auswahl und Abschluss der Verträge zur Strombelieferung. Scharnagl dankt den Vermietern, die Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge bereitstellen. (Im Blickpunkt)

Im BlickpunktAktuell leben in Waldsassen den Angaben zufolge derzeit 75 Flüchtlinge, ab November mit den beiden Familien-Zuzügen aus Neualbenreuth werden es dann 85 sein. Zwei Drittel etwa, vor allem Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, haben mittlerweile den Status als anerkannte Flüchtlinge. Bei den Flüchtlingen aus der Ukraine, Aserbaidschan, Armenien und Weißrussland hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlingen noch nicht über den weiteren Aufenthalt entschieden.

"Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, das nahezu alle hier lebenden Flüchtlinge, ob anerkannt oder nicht, sich in Maßnahmen zur Weiterbildung und Integrationskursen befinden", erklärt Integrationsbeauftragter Markus Scharnagl in der Pressemitteilung. Zwei syrische anerkannte Flüchtlinge besuchen die Fachoberschule Weiden, bereiten sich auf die Fortsetzung ihres Studiums vor.

Vereinzelt sind bereits die ersten Flüchtlinge in ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt. Die Asylsuchenden haben Weiterbildungsmaßnahmen und Integrationskurse erfolgreich beendet. Als eine der großen Herausforderungen für die kommende Zeit sieht Scharnagl die Aufgabe, die Menschen in geeignete Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten zu bringen. Die Stadt Waldsassen und der Integrationsbeauftragte stehen hier als Ansprechpartner für Unternehmen zur Verfügung, um entsprechende Möglichkeiten gemeinsam auszuloten.
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