Pflege im Alter
In der vertrauten Umgebung

Seniorenbeauftragter Siegfried Achatz dankte Referentin Bettina Sammet, im Hauptberuf Pflegedienstleiterin der Arbeiterwohlfahrt, für ihren engagierten Vortrag. Dabei stellte die Referentin heraus, wie wichtig eine funktionierende Familie ist. Bild: jr
Politik
Waldsassen
03.11.2016
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"Pflegefall in der Familie - was nun?" Über dieses Thema sprach AWO-Pflegedienstleiterin Bettina Sammet kürzlich in der Reha-Klinik. Vor dem voll besetzten Auditorium betonte sie, dass noch immer die Familie der größte Pflegedienst ist. "Jeder will nach Möglichkeit in seiner vertrauten Umgebung bleiben." Seniorenbeauftragter Siegfried Achatz dankte der Referentin für einen informativen Vortrag, "der uns noch ein wenig schlauer macht".

Gleich zu Beginn machte Sammet deutlich, dass es in Deutschland nicht zuletzt wegen des demografischen Wandels noch mehr Pflegebedürftige gibt. Aktuell gelten es in der Republik 2,6 Millionen Menschen als pflegebedürftig. Prognosen gingen davon aus, dass es bis zum Jahre 2030 rund 3,5 Millionen Menschen sein werden. Hinzu kommen noch 1,2 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Weiter wusste die Sprecherin, dass der Großteil der Pflegebedürftigen daheim gepflegt und betreut wird. Dies sind rund 71 Prozent der Menschen, der Rest ist in verschiedenen Heimen. Der Großteil der Pflegepersonen wolle daheim in der vertrauten Umgebung gepflegt werden. So könnten Alltagsgewohnheiten und die gewohnten Abläufe beibehalten werden.

Allerdings, sagte die Expertin, könne Pflege und Versorgung von Familienangehörigen ist anstrengend mitunter auch belastend sein. Kurz stellte sie die Bedeutung der Pflegebedürftigkeit vor und wer kommt, wenn Pflegebedürftigkeit vorliegt. Als erster Schritt müsse eine Pflegestufe beantragt werden. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen melde sich per Post an; daheim werde die betreffende Person dann begutachtet. Bettina Sammet erläuterte, dass es drei Pflegestufen gibt - "erheblich pflegebedürftig", "schwer pflegebedürftig", "schwerstpflegebedürftig" und informierte über die Leistungen der . Frau Sammet stellte die Leistungen der Pflegeversicherung und über die Höhe des Pflegegeldes. Sollte die Pflege zu Hause nicht möglich sein, komme eigentlich nur ein Pflegeheim in Betracht.

Künftig fünf Pflegestufen


Vorm Bezug eines Heimes sollten verschiedene Angebote und deren Leistungen eingeholt werden. In jeden Fall sei die Zuzahlung - sprich der Eigenanteil - abzuklären. Sollten die privaten finanziellen Mittel nicht ausreichen, müsse ein Antrag ans Sozialamt gestellt werden. Weitere Themen des Vortrags waren Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. "Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das letzte, wonach er seine Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie". Dies dürfe bei aller Sorge um die Pflege nie vergessen werden. Abschließendes Thema war das Pflegestärkungsgesetz II, das ab 1. Januar 2017 in Kraft treten wird. Als wichtigste Information nannte die Sprecherin, dass es dann fünf verschiedene Pflegestufen gibt statt bisher drei.
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