Polizei klärt 82 Prozent der Straftaten auf
Zivilstreifen hocheffizient

Auf Gehsteigen wird auch in vielen anderen Orten geparkt – wie etwa in Waldsassen in der Liststraße. Bilder: kgg
Politik
Waldsassen
09.06.2016
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In der Brauhausstraße parken auch viele ihr Auto auf dem Gehweg.

82 Prozent der Straftaten haben die Polizeibeamten 2015 aufklären können. Darauf ist jetzt beim Sicherheitsgespräch hingewiesen worden. Inspektionsleiter Reinhold Schreyer unterstrich aber deutlich, dass ein solches Ergebnis ohne die Schleierfahnder nicht zu erreichen wäre.

Damit skizzierte der Polizeichef bei dem Treffen kürzlich im Dienstgebäude an der Schulstraße (wir berichteten) die hohe Effizienz der zivilen Streifen. Dabei nannte der Inspektionsleiter vor allem die Rauschgiftdelikte. "Wir filtern für ganz Bayern", erklärte Stellvertreter Hubert Schricker die überregionale Bedeutung der Arbeit vor Ort.

"Crystal Speed ist ein Thema und ist in Eger leicht zu haben", sagte Schreyer. Deshalb werde die Problematik die Beamten auch weiterhin beschäftigen. 1,4 Kilo hätten alleine die Waldsassener Beamten gefunden - immerhin 10 Prozent der in ganz Bayern sichergestellten Menge. Daneben hätten die Beamten in etwa die selbe Menge an Marihuana entdeckt.

In Kindernahrung


Die Schmuggler würden bei den Verstecken immer kreativer. Selbst in Kindernahrung seien die Päckchen versteckt worden. Vor allem aber sei Körperschmuggel gängige Praxis. Dabei erwähnte Schreyer die besondere Unterstützung von Internist Dr. Wolfgang Fortelny bei der Polizeiarbeit. Schreyer kündigte daneben weiterhin Kontrollen bei den Eishallen-Discos an. "Wir merken, da ist ein gewisser Abschreckungseffekt da", sagte der Polizeichef über die Maßnahme in Absprache mit dem Jugendamt. Allgemein warb Schreyer einmal mehr um die Unterstützung der Bevölkerung; diese könne mit Hinweisen etwa bei der Straßenkriminalität die Arbeit der Polizei deutlich erleichtern. "Das Präsidium zieht da mit", erklärte Schreyer im Hinblick auf die Belohnungen, die Bürger nach Fahndungserfolgen erhalten, die auf nützlichen Hinweisen begründet sind.

Heikles Thema


Ein Wohnungseinbruch, sagte Schreyer weiter, sorge bei den Betroffenen immer für Unruhe und sei deshalb ein "heikles Thema". "Aber das passt schon noch", erklärte der Inspektionsleiter andererseits über die Entwicklung in der Region - gemessen an Einwohnerzahl im Zuständigkeitsbereich: 8 Fälle waren 2015 bearbeitet worden, 6 im Jahr 2014.

Dass die Zusammenarbeit mit der Polizei ganz hervorragend läuft, das bestätigten beim Sicherheitsgespräch alle Bürgermeister. Mitterteichs Stadtoberhaupt Roland Grillmeier wusste von einem "erhöhten Sicherheitsbedürfnis" der Bürger seit den Vorgängen in der Silvesternacht in Köln. "Wir werden die Videoüberwachung verstärken", nannte Grillmeier als Konsequenz. Das Stadtoberhaupt brachte dabei konkret das Freibad ins Spiel.

Oberzentrum


Bürgermeister Bernd Sommer berichtete in der Runde von den neuen Möglichkeiten Waldsassens: Die Klosterstadt soll bekanntlich im Verbund mit Cheb/Eger zum Oberzentrum aufgestuft werden (wir berichteten). Damit erlange auch der Bestand der Polizeidienststelle eine neue Wertigkeit - auch im Hinblick auf die Personal- und Sachausstattung. Schreyer nahm's zur Kenntnis und bat, auch bei den zuständigen Politikern so zu argumentieren.

HintergrundMit Asylbewerbern haben die Polizeibeamten in aller Regel keine Probleme. Dies erklärte Inspektionsleiter Reinhold Schreyer beim Sicherheitsgespräch und würdigte in diesem Zusammenhang die wertvolle und engagierte Arbeit der Asylhelferkreise, der Caritas und der AWO. "Es ist wichtig dass es Leute gibt, die sich kümmern."

Allerdings wusste Schreyer von Schwierigkeiten, wenn Asylbewerber mit abgelehnten Anträgen abgeschoben werden sollen: "Wir erfüllen nur unseren gesetzlichen Auftrag", warb Schreyer um Verständnis und um Unterstützung der Verantwortlichen vor Ort - auch wenn sich zwischen Helfern und Flüchtlingen mitunter ein enges Vertrauensverhältnis aufgebaut habe.

Georg Ziegler als Leiter der Schleierfahnder verdeutlichte die Problematik: Wenn die Leute nicht in den Räumen seien, habe die Polizei auch keine Handhabe zur Durchsuchung des Gebäudes. "Dann ist die Sache für uns beendet." Die Beamten müssten dann unverrichteter Dinge wieder abrücken. (pz)


Crystal Speed ist ein Thema und ist in Eger leicht zu haben.Inspektionsleiter Reinhold Schreyer


Wir filtern für ganz Bayern.Stellvertretender Inspektionsleiter Hubert Schricker über die Erfolge der Schleierfahnder gegen Drogenkriminalität

Gehsteig-Parker behindern Fußgänger


Konnersreuths Bürgermeister Max Bindl brachte das Thema jüngst beim Sicherheitsgespräch in der Polizeiinspektion vor. Doch auf Gehsteigen wird auch in vielen anderen Orten geparkt – wie etwa in Waldsassen in der Liststraße und in der Brauhausstraße. Max Bindl beklagte, dass in der Ortsdurchfahrt wegen der teils am Gehweg abgestellten Fahrzeuge etwa mit Kinderwagen kein Durchkommen mehr wäre. „Da wird schnell hinaufgefahren und dann hinausgesprungen“, kritisierte Bindl das Verhalten von Autofahrern, die kurz zum Metzger oder zur Bank wollten. Den Einwand, wonach auch Kinder mit Fahrrädern mit der Verengung der Gehsteig-Breite durch geparkte Autos ihre Schwierigkeiten hätten, ließen die Polizeibeamten aber nicht gelten. Radfahrer hätten auf Gehwegen nichts verloren, so die Aussage der Beamten.
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