Runder Tisch Asyl: Integration in der Praxis
"Flucht-Team" im Einsatz

Die Integration von "Neu-Waldsassenern", deren Asylantrag genehmigt worden ist, stand beim Runden Tisch Asyl im Sparkassensaal im Vordergrund. Am Tisch links stehend Hilke Janssen und daneben Katrin Bauer und Leonhard Merkl vom Jobcenter Tirschenreuth. Bild: pz
Politik
Waldsassen
18.02.2016
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Nach gut zweieinhalb Stunden Diskussion und Information freute sich Bernd Sommer darüber, dass der Helferkreis weiterhin bei der Stange bleibt. Inzwischen sind die Waldsassener sogar Beispiel ist für andere Gemeinden, etwa Neualbenreuth.

"Ich bin nach wie vor stolz auf Sie alle und auf Waldsassen", sagte Bürgermeister Bernd Sommer. Er hatte sich sein Lob beim "Runden Tisch Asyl" bis zum Schluss des Treffens aufgehoben. Der Nachbargemeinde unterm Tillenberg bekundete Sommer bei dem Treffen im Sparkassensaal allergrößten Respekt: "Die machen es richtig", sagte Sommer und verschwieg dabei nicht, dass er sich ähnliches Handeln auch von anderen Städten mit deutlich mehr Wirtschaftskraft erwartet.

"Es ärgert mich, was in Waldershof passiert", sagte Sommer und forderte Solidarität von allen Kommunen im Landkreis. Es dürfe nicht biblisch werden, "... dass die Armen geben und die Reichen halten sich zurück" - wobei Sommer im Westen die reicheren Gemeinden sah.

"Begrenzung muss sein", forderte Sommer von der "großen" Politik" und bat den Helferkreis gleichzeitig, neu ankommenden Flüchtlingen in Waldsassen die gleich Hilfe und Unterstützung zu gewähren wie vergangenes Jahr. Es sei davon auszugehen, dass Waldsassen neue Flüchtlinge aufnehmen werde, Plätze in der Gemeinschaftsunterkunft an der Schützenstraße seien frei geworden, weitere würden frei. Froh ist Sommer auch darüber, dass sich Leute mit anderer Meinung, Bedenken oder Ängsten heraushalten aus der öffentlichen Debatte.

Praktische Unterstützung


Bei dem Treffen des Helferkreises zu Beginn der Woche waren mit dabei Sonja Schmid von der Asylberatung in der Stadtverwaltung und der Integrationsbeauftragte im Stadtrat, Markus Scharnagl. Dabei ging es um Hilfen und Unterstützung bei der praktischen Arbeit mit den Zuwanderern - auch jenen, deren Asylantrag genehmigt ist und die Leistungen vom Jobcenter Tirschenreuth erhalten. Außerdem brauchen die Neu-Waldsassener Wohnungen (wir berichteten). Über die Einzelheiten rund um den Bezug von Hartz-IV-Leistungen informierten Leiter Leonhard Merkl, Teamleiterin Hilke Janssen und Katrin Bauer. Sie verwies auf ein neues "Flucht-Team". Es ist seit Montag etabliert und betreut die aktuell 125 "Kunden mit Fluchthintergrund", wie es mehrmals hieß. Diese könnten auch ohne vorherige Terminvergabe ins Jobcenter kommen, allerdings bis spätestens 11 Uhr.

Hilke Janssen bezifferte die Anzahl der zu betreuenden Arbeitslosen und Arbeitssuchenden auf 1400 Personen. Der Grundsatz "fordern und fördern" gelte für sie alle gleich, warb Janssen auch um Verständnis dafür, "... dass wir uns nicht nur um Migranten kümmern." Ein Thema waren auch sprachliche Probleme.

"Wir hoffen, dass wird die 10 Prozent durchbrechen möglichst viele Leute schnell in Arbeit bringen, dort wo wir sie brauchen", sagte Bürgermeister Bernd Sommer zuvor und ergänzte: "... damit wir nicht nur den Aufwand haben sondern auch den Ertrag im Bruttosozialprodukt."
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