Stiftland und Mönchsgau wollen Welterbe-Titel
Partner auf einem "seriellen Weg"

Die Besucher aus dem Stiftland genossen bei ihrem Besuch in Ebrach auch den sogenannten "Gottesblick" - von der Ruine Stollburg auf die Schichtstufe des Steigerwaldes. Von rechts Prof. Winfried Schenk (Lehrstuhl historische Geographie, Bonn), Christian Malzer, Dr. Thomas Büttner und Andrea Lorenz (Büro für Heimatkunde und Kulturlandschaftspflege) sowie Harald Hertel. Bild: hfz
Politik
Waldsassen
02.03.2016
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Die Regionen haben die gleichen Ziele. Beide Kulturlandschaften wollen Welterbe werden. Jetzt wollen die Verantwortlichen im Stiftland und im Mönchsgau sehen, ob sich das Ziel gemeinsam erreichen lässt.

Waldsassen/Ebrach. Im Steigerwald-Zentrum Handthal bei Ebrach sind vor breitem Publikum die Ergebnisse eines Gutachtens vorgestellt worden. Es hatte im Auftrag des bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten die Kulturlandschafts-Qualitäten des nördlichen Steigerwaldes untersucht.

Ziel war es, Alternativen aufzuzeigen, wie der Steigerwald als Gemenge von Natur und Kultur weiterentwickelt werden kann. Dazu gehört auch die Bewerbung um einen Unesco-Welterbe-Titel. Er ist Alternative zu den umstrittenen Plänen, im Steigerwald einen Nationalpark auszuweisen. Oberpfälzer Gäste der Veranstaltung waren Harald Hertel - er ist Projektkoordinator des Fördervereins Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen-Stiftland e.V. - und Christian Malzer. Er unterstützt den Förderverein fachlich - als Sprecher der Regionalgruppe Otnant im Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg.

Die rund 100 Vertreter aus Politik, Behörden, von Verbänden und Organisationen hätten gerne vom Gutachter Dr. Thomas Büttner die Frage beantwortet bekommen, ob eine Bewerbung für eine Weltkulturerbe Aussicht auf Erfolg hat. "Mehr als die Aussage, dass die Region Potenzial hat und dass es eine Chance gibt, wagte er aber nicht zu treffen", erklärt dazu Harald Hertel in einer Pressemitteilung. Das Büro von Dr. Büttner könne nur Ansätze für Entscheidungen liefern. "Was man daraus machen kann, müssen Sie entscheiden", sagte er den Zuhörern.

Offene Türen reichen nicht


Georg Windisch, Ministerialdirigent im bayerischen Forstministerium, hatte es zuvor ähnlich formuliert: Es brauche die Initiative der regionalen Akteure, sagte er. "Die Region Steigerwald rennt bei uns offene Türen ein", signalisierte er die Bereitschaft seines Ministeriums, den Weg mitzugehen. Aber: "Es muss jemand rennen. Die offenen Türen allein reichen nicht."

Serieller Weg


Gelingen könnte das Ziel Welterbe nach den Worten des Gutachters auf dem "seriellen Weg". Das bedeutet, der Steigerwald sollte es im Verbund mit anderen, ähnlich ausgerichteten Regionen unter einem gemeinsamen Thema versuchen. Er misst zum Beispiel dem Steigerwald eine große Bedeutung als Klosterlandschaft bei. Im Mittelpunkt steht das ehemalige Kloster Ebrach, das in früheren Jahrhunderten weit in den Osten und Süden wirkte (Böhmen und Österreich).

Kräfte und Qualität koppeln


Andere Klöster wie Waldsassen haben eine ähnliche Geschichte wie Ebrach: Die Klöster förderten Teichwirtschaft oder den Weinbau - erhebliche Beiträge zur Kulturlandschaft und damit ein Potenzial für den Welterbe-Status. Er freue sich über die Gäste aus dem Stiftland, wie er sagte, die als mögliche Partner eines solchen "seriellen Weges" geradezu prädestiniert wären. Der Besuch wurde vom anwesenden Publikum mit großem Interesse registriert. Im Anschluss war dann Zeit für ein Gespräch zwischen Vertretern des Ministeriums und den Gästen aus dem Stiftland. Auch die Ministerialen zeigten sich sehr aufgeschlossen für eine Bündelung derartiger Projektideen, da damit schließlich auch eine Kräfte- und Qualitäts-Koppelung verknüpft sein könne.

Vom Stiftland begeistert


Einige Höhepunkte des Mönchsgaus, des einst zum Kloster Ebrach gehörigen Gebietes, zeigte Prof. Winfried Schenk den Gästen aus der Oberpfalz. Der Inhaber des Lehrstuhles für Historische Geographie, der Anfang Januar auf Einladung des Fördervereins das Stiftland besuchte und von dessen Qualitäten ganz begeistert war (wir berichteten), war ebenfalls Teilnehmer der Veranstaltung. Auch er plädierte für eine weitere Zusammenarbeit zwischen dem Stiftland und dem Mönchsgau.
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