Vortrag in Waldsassen
Oberpfälzer Lebensretter

Sobald ein Flüchtlingsboot in Sicht ist, wird es von Sea Eye mit dem Schnellboot angefahren, damit die Passagiere mit Schwimmwesten, Trinkwasser und anderen Hilfsgütern erstversorgt werden können. Bild: hfz
Politik
Waldsassen
05.11.2016
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"Menschen ertrinken zu lassen bedeutet moralisches Versagen und ist durch nichts zu rechtfertigen", sagte Michael Buschheuer, als erste Meldungen über ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer für Schlagzeilen sorgten. Es blieb nicht nur bei dieser Aussage.

Buschheuer ließ spektakuläre Taten folgen. Der Regensburger gründete 2015 gemeinsam mit seiner Familie und Freunden die gemeinnützige Organisation "Sea-Eye e. V.". Deren Hauptziel ist es, schiffbrüchige Flüchtlinge auf ihrer gefährlichen Fahrt nach Europa zur retten.

5200 Menschen gerettet


Michael Buschheuer erwarb die Sea-Eye, einen 26 Meter langen und 60 Jahre alten Fischkutter. Das hochseetaugliche Schiff wurde für die Seenotrettung umgebaut und ging am 22. Februar 2016 auf Fahrt ins Mittelmeer. Seit April ist die Sea-Eye im Seegebiet vor Libyen im Einsatz. In 16 Missionen wurden bisher 5200 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Allein am Tag der Deutschen Einheit konnten in einem 16-stündigen Einsatz sieben Flüchtlingsboote versorgt werden, so dass 794 Menschen, darunter zwölf Schwangere, zwei Kinder und zwei Babys, in Sicherheit gebracht wurden. Dabei erlebt die Crew des Rettungsschiffes immer wieder tragische Schicksale. So konnte niemand mehr einem 17-jährigen Mädchen helfen, trotz Reanimation. Vor wenigen Wochen im September wurde das zweite Schiff "Speedy" vor der libyschen Küste gekapert, die Besatzung wurde entführt. Zwar kamen die Männer frei, aber von "Speedy" fehlt weiterhin jede Spur. Ein zwar nur materieller, dennoch immenser Verlust: Sea-Eye wird aus Spenden finanziert. Dabei ist die ehrenamtliche Hilfswelle für die Oberpfälzer Seenotrettung ungebrochen. 400 Hilfswillige aus Deutschland und darüber hinaus haben sich zwischenzeitlich bereiterklärt, die Organisation zu unterstützen, darunter prominente Stars. Jede helfende Hand ist willkommen, denn die Crew von Sea-Eye hat die traurige Gewissheit: 2017 wird es weitergehen, werden Flüchtlinge wieder auf dem Meer verzweifelt auf Rettung hoffen. (Info-Kasten)

Vortragsabend in WaldsassenÜber die Hintergründe, die Einsätze und die Menschen, die hinter der Hilfsorganisation "Sea-Eye e. V.", stehen, berichtet am Donnerstag, 24. November, um 19.30 Uhr Crew-Manager Dr. Wilfried Schnappauf aus Regensburg im Kunsthaus Waldsassen in der Kunstgasse (bei zahlreichem Interesse im Jugendheim Waldsassen) bei einem Lichtbildervortrag. Dr. Schnappauf ist in Floß im Landkreis Neustadt/WN aufgewachsen; der Referent steht nach dem Vortrag für Fragen zur Verfügung. Eintritt frei. Aus organisatorischen Gründen Anmeldung erwünscht, bei Beatrix Rustler, Stadt Waldsassen, (Mail beatrix.rustler@waldsassen.de), Telefon 09632/88-120. (ubb)
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