Weiden mit Waldsassen im Clinch
Sommer fühlt sich geehrt

"Zwei starke Zentren in der Nordoberpfalz beleben die Region." Zitat: Bernd Sommer
Politik
Waldsassen
17.11.2016
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Waldsassen soll Oberzentrum werden. Gemeinsam mit Eger. Damit wäre die Klosterstadt auf Augenhöhe mit Weiden. Das sieht der dortige Stadtrat aber gar nicht so gern.

(bz/vok) Schon bei der Vorstellung der vom Heimatministerium neu erarbeiteten Liste der zentralen Orte hatte es nicht nur eitel Sonnenschein gegeben. Während CSU-MdL Tobias Reiß von einem "Meilenstein in der Entwicklung der Region" gesprochen hatte, sah seine SPD-Kollegin Annette Karl in dem Söder-Vorschlag eher eine "Nullnummer ohne echte Fortschritte". Und auch der Nürnberger OB Ulrich Maly als Vorsitzender des Städtetages lehnte mit barschen Worten das Konzept ab.

Situation wird verwässert


Und das tut auch Weiden. Aus finanziellen Gründen. Im Stadtrat am Montag war von einem "Angriff auf die bestehenden Oberzentren in der Größenordnung von 40 000 bis 60 000 Einwohnern" die Rede. Weiden halte breitgefächerte Schulangebote, kulturelle Einrichtungen und solche zur Gesundheitsvorsorge sowie Freizeitangebote vor", hatte OB Kurt Seggewiß erklärt. Man sei zwar finanziell besser ausgestattet, aber nicht ausreichend. "Wenn nun weitere Oberzentren wie Waldsassen kommen, wird die Situation weiter verwässert." Dass die Max-Reger-Stadt Waldsassen und Eger als Konkurrenten fürchtet, da fühlt sich Bürgermeister Bernd Sommer fast schon geehrt. Die Weidener Stadträte hätten noch immer nicht akzeptiert, dass Cheb und Waldsassen zusammen in ihrer Größe, Funktion und Wirtschaftskraft locker mit Weiden mithalten könnten und somit auch entsprechende Bedeutung für die Versorgung der Menschen in der Region haben. "Es geht aber doch nicht darum, wer größer, schöner, stärker ist, oder wer die Zentrale des Klinikums beherbergt. Es geht um die Frage, wie wir die Region insgesamt am besten entwickeln."

Und hier spiele die Region Waldsassen-Eger nun mal historisch, aber auch für die Zukunft als Zentrum in der Region, eine große Rolle. Die Stadträte in Weiden sollten, statt ihre Energie in Abwehr zu investieren, lieber in die Hände spucken und die Stadt Weiden als Oberzentrum weiter entwickeln. Zu tun gäbe es genug, meint der Waldsassener Bürgermeister. "Es ist höchste Zeit, dass auch die in Weiden politisch Verantwortlichen erkennen, dass es nur miteinander geht und nicht gegeneinander." Und das in allen Bereichen wie zum Beispiel den Krankenhäusern, den Bildungseinrichtungen, den Gewerbestandorten und in vielen weiteren Lebensbereichen. "Zwei starke Zentren in der Nordoberpfalz beleben die Region, Nutznießer sind die Menschen. Wir, Waldsassen und Eger, werden unseren Beitrag leisten. Das selbe fordern wir auch von den Weidenern ein. "

Erst einmal abwarten


Den grenzüberschreitenden Aspekt stellt auch Landrat Wolfgang Lippert in den Mittelpunkt und erinnert an die vielfältigen Verbindungen etwa über die Euregio Egrensis oder die Interreg-Förderungen. Der Landkreischef empfiehlt aber allen Beteiligten erst einmal abzuwarten. "Noch ist ja nicht definiert, welche Vorteile es für Waldsassen/Eger gibt, wie die Förderung ausschauen wird." Dass die Weidner Stadträte sich der Empfehlung des Städtetages anschließen und die Fortschreibung des Landesentwicklungsprogrammes ablehnen, kann Lippert in gewissem Maße auch verstehen. "Die können gar nicht anders." Eine Konkurrenz sieht er aber nicht. Jetzt gehe es eher darum, mit der Ausweitung der Oberzentren auch den Förderkuchen zu erhöhen.

Zwei starke Zentren in der Nordoberpfalz beleben die Region.Bernd Sommer
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