„Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen-Stiftland“
Projekt-Horizont über Grenze nach Böhmen

Die Teilnehmer der Gespräche, von links Christian Malzer, Prof. Winfried Schenk, Pavel Duchon, Miloslav Hurt, Dr. Irena Bukacová, Dr. Radka T. Lomicková und Harald Hertel. Bilder: hfz (4)
Politik
Waldsassen
30.07.2016
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Der Fördervereins "Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen-Stiftland" will die gleichnamige stiftländische Klosterlandschaft langfristig durch die Unesco als Welterbestätte anerkannt bekommen. Jetzt gehen diese Bemühungen einen grenzüberschreitenden Schritt weiter. Bisher war eine Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen im Steigerwald und der dortigen Klosterlandschaft des ehemaligen Zisterzienserstiftes Ebrach anvisiert worden. Jetzt, heißt es in der Pressemitteilung von Harald Hertel, überschreite " .,.. der Horizont des Projektes die Grenze nach Böhmen."

Reiche Kulturlandschaft


Zwei Tagen besuchte eine Gruppe Fachleute zusammen mit Harald Hertel vom Förderverein Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen-Stiftland die reichhaltige Kulturlandschaft des ehemaligen Zisterzienserklosters Plasy (Plass) nordöstlich von Pilsen. Neben Prof. Dr. Winfried Schenk von der Universität Bonn waren Dr. Thomas Büttner und Christian Malzer, Sprecher der Regionalgruppe Otnant beteiligt. Geführt und begleitet wurde die Gruppe von Dr. Radka Lomicková, eine der führenden Zisterzienserforscherinnen Tschechiens. Auch ein Treffen mit dem Plasser Altbürgermeister und aktuellen Vorsitzenden des Vereins "Alte Straße" Miloslav Hurt und der Leiterin des Museum in Mariánská Týnice (Maria Teinitz), Dr. Irena Bukacová sowie Pavel Duchon vom regionalen Denkmalamt stand auf dem Programm. "In angenehmer Atmosphäre entwickelte sich ein angeregter, kollegialer bayerisch-tschechischer Dialog um das gemeinsame zisterziensische Erbe und die zahlreichen Parallelen von Ebrach, Waldsassen und Plass." Mit Interesse verfolgten die tschechischen Kollegen den Bericht über die Idee eines Weltkulturerbeprojekts und signalisierten ihre Bereitschaft zukünftig gemeinsame Projekte, wie etwa eine Wanderausstellung anzugehen. "Ein Kloster ohne Bibliothek sei wie eine Burg ohne Waffenkammer" wird in der Pressemitteilung ein im Mittelalter geläufiges Sprichwort zitiert. Ein Zisterzienserkloster ohne Grangien wäre wie eine Bank ohne Geld. Unter diesem Aspekt sei die Klosterlandschaft Plass ein Zeugnis, dass die Zisterzienser über Jahrhunderte regional führende Akteure der Viehzucht und des Ackerbaus gewesen seien.

Maria Teinitz und die Kappl


Die Produkte dieser Höfe seien in nahe gelegene Städte verkauft und damit der ökonomische Erfolg gesichert worden. Für das Kloster Waldsassensei es die Teichwirtschaft gewesen,für Kloster Ebrach die Forstwirtschaft. In die Landschaft eingebettet sei auch die Wallfahrtkirche Maria Teinitz. Sie biete eine historisch-geographische Parallele zur Kappl bei Waldsassen. (Info-Kasten)

Grangien markante Bauwerke in der RegionProfessor Schenk, Inhaber des Lehrstuhles für Historische Geographie und internationaler Experte auf dem Gebiet der kulturhistorischen Landschaftsforschung, bescheinigte den vom Kloster Plass geprägten Landschaft letztlich auch sehr hohe Qualitäten im Hinblick auf die Erfüllbarkeit der Kriterien des Internationalen Rates für Denkmalpflege zum Nachweis des außergewöhnlichen universellen Wertes. Außergewöhnlich die hohe Anzahl an landwirtschaftlichen klösterlichen Eigenbetrieben (Grangien) des ehemaligen Klosters Plass - über 30. Mehr als ein Dutzend seien in ihrer barocken Form noch vorhanden. Zum Vergleich: Auch das Kloster Waldsassen besaß etwa 13 derartige Großbetriebe, auf denen Schafe, Kühe und Schweine gezüchtet sowie Ackerbau betrieben wurde. Bis heute sind ehemalige Grangien wie der Mitterhof bei Waldsassen, Fockenfeld oder der Fischhof in Tirschenreuth markante Bauwerke, die das Stiftland prägen.
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