Ewald Strohmeier über die 35. Bayernrundfahrt in der Oberpfalz
Navi nicht nötig

Foto aus HUP-Import
Sport
Waldsassen
12.05.2015
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Am Mittwoch gehört die Oberpfalz den Radprofis. Im Interview berichtet Rennchef Ewald Strohmeier von der Etappenplanung und weshalb er in Bayern jeden Feldweg kennt.

(wüw)Der 65-jährige Organisator sieht der 35. Bayernrundfahrt entspannt entgegen. Die Vorbereitungen laufen gut, besonders bei den Oberpfälzer Partnern.

Herr Strohmeier, wie lange dauert es, bis eine Etappe wie die am Mittwoch geplant ist?

Strohmeier: Wenn es schnell geht, sind wir ein Jahr beschäftigt.

Wie sehen die ersten Schritte aus?

Strohmeier: Traditionell endet die Rundfahrt in Nürnberg. Außerdem war klar, dass sie in Regensburg startet. Ursprünglich hatten wir das 2014 geplant, dann kam der Katholikentag. Wir wollen in ganz Bayern präsent sein. Das können wir bei fünf Etappen nicht jedes Jahr. Also setzen wir Schwerpunkte. Zum 25. Jubiläum der Wiedervereinigung, haben wir uns diesmal für eine Strecke entlang des Eisernen Vorhangs entschieden.

Kommen die Ziel- und Wertungsorte zu Ihnen oder müssen Sie bei den Bürgermeistern werben?

Strohmeier:Wir haben inzwischen gute Verbindungen. Unser früherer Rennarzt Dieter Schraml aus Friedenfels hat etwa den Kontakt zum Etappenziel Waldsassen vermittelt.

Und die Wertungsorte?

Strohmeier: Mit Burglengenfeld, Tännesberg und Pressath haben wir schon gute Erfahrungen gemacht. Die Bergwertung 2011 in Tännesberg war etwas Besonderes. Die Stimmung war hervorragend und es gibt selten so spektakulär steile Anstiege mitten in einem Ort. Das wollten wir den Fahrern wieder antun. Auch in Pressath war 2011 die Stimmung toll. Und der Hessenreuther Berg bietet sich für eine Wertung einfach an.

Nach welchen Kriterien wählen sie dann den Straßenverlauf aus?

Strohmeier: Die Strecke darf nicht zu lang oder zu kurz sein. Die Etappe am Mittwoch ist mit 220 Kilometer an der oberen Grenze. Und dann schauen wir mit Kommunen und Polizei, was geht. Wir wären zum Beispiel gerne durch Weiden gefahren. Dort gab es aber nicht genug Helfer für die Absperrung. So kam der Schlenker über Etzenricht zustande.

Wie lief bisher die Vorbereitung ?

Strohmeier: Sehr gut. Vor allem, wie ganz Waldsassen mitzieht, freut mich. Ich bin begeistert von dem Malwettbewerb und dem Konditor und seinem Lebkuchen-Rad. Hoffentlich passt das Wetter, damit die Leute für die Mühe belohnt werden.

Wie oft waren sie auf der Strecke?

Strohmeier: Ich bin die Rundfahrt zweimal mit dem Auto abgefahren. Unser Streckenchef Walter Oestreich hat sicher sieben oder acht Streckenbesichtigungen hinter sich.

Sie organisieren die Rundfahrt seit 35 Jahren. Gibt es in Bayern eine Straße, die Sie nicht kennen?

Strohmeier: In Unterfranken gab es früher die Mainfrankenrundfahrt. Wir wollten uns keine Konkurrenz machen, deshalb waren wir dort oben noch nicht so häufig. Im restlichen Bayern war ich wohl schon auf jedem Feldweg unterwegs.

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Das Wichtigste für Autofahrer und Fans

Vom Dom zur Basilika: Am Mittwoch, 13. Mai, startet die erste Etappe der Bayernrundfahrt um 10.30 Uhr in Regensburg, um dann rund fünfeinhalb Stunden später in Waldsassen zu Ende zu gehen. 221 Kilometern haben die Radprofis dann absolviert. Den größten Teil der Strecke sind sie auf Nebenstraßen unterwegs.

Heikel für Autofahrer dürften vor allem die drei Abstecher auf Bundesstraßen sein: Gegen 12.30 Uhr soll der Tross die B 22 bei Gleiritsch erreichen. Mit einem Schwenk über Tännesberg sind die Fahrer zehn Kilometer in Richtung Weiden auf der Bundesstraße unterwegs. Gegen 13.45 Uhr biegen sie im Weidener Westen auf die B 470 Richtung Eschenbach. Bei Schwarzenbach verlassen sie die Straße wieder. Bei Trabitz geht es dann auf die B 299 bis Erbendorf. Diese Hauptstraßen werden wie der gesamte Weg kurzfristig für einige Minuten gesperrt. Der Gegenverkehr muss jeweils nur kurz anhalten, bis die Radfahrer vorbei sind.

Die Verkehrspolizei Weiden (VP) betreut den Tross. Vorneweg fahren 20 Polizeimotorräder, die für diesen Einsatz aus ganz Bayern zusammengezogen werden. Insgesamt sind 2300 Kräfte im Einsatz: Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk. Die Einsatzleitung liegt beim Polizeipräsidium Regensburg. Einen exakten Streckenplan mit Zeitangaben gibt es im Oberpfalznetz.

Für Zuschauer bieten sich neben dem Ziel in Waldsassen die Wertungsorte Burglengenfeld, Tännesberg, Pressath und der Hessenreuther Berg an. Etwa eine Stunde vor den Fahrern ist die Werbekarawane unterwegs. Die Sponsoren der Rundfahrt verteilen aus Autos Werbegeschenke und Produktproben. Mit dieser Karawane erreicht ein Moderator jeweils die Sprint- und Bergwertungen. Er erklärt das Wichtigste und informiert zum Rennverlauf.

In Tännesberg (12.35 Uhr) stellt sich den Profis ein Anstieg mit 18 Prozent in den Weg. Der bremst die Sportler, so dass alles genau zu sehen ist. Das gleiche bietet der Hessenreuther Berg (14:11 Uhr). Bei den Sprints in Burglengenfeld (11:17 Uhr) und Pressath (13:57 Uhr) sind alle richtig, die die Profis in voller Fahrt bei Tempo 60 erleben wollen. Höhepunkt ist die Ankunft in Waldsassen. Kurz nach 15 Uhr erreicht das Feld erstmals das Ziel in der Lämmerstraße. Zweimal absolvieren die Sportler dann die Zielrunde bevor es um den Tagessieg geht. Vorbei ist die Etappe frühestens um 16 Uhr. Je nach Durchschnittsgeschwindigkeit kann sich die Ankunft um 30 bis 40 Minuten verzögern. Ein Geheimtipp für Fans: Bei der Verpflegung in Engleshof bei Pirk (gegen 13 Uhr) sind die Fahrer langsam unterwegs, um ihre Beutel aufzunehmen. Außerdem lässt sich dort leicht eine Trinkflasche als Souvenir erbeuten.

Auch am zweiten Tag führt die Strecke durch die Oberpfalz: Start ist in Waldsassen um 10.45 Uhr, über Ebnath (11.42) geht es dann nach Fichtelberg, wo gegen 12.01 Uhr eine Bergwertung ansteht. Zielort ist dann Selb.

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