25 Jahre und noch kein Ende

Die drei Vorstandssprecher "Mitmachen lohnt - echte Umgehung - tatsächliche Entlastung" (von links) Horst Gesell, Maria Thomas und Ludwig Wolf vertreten die Interessen der Bürgeraktion. Bild: jr
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Waldsassen
30.11.2016
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Das Konzept einer Umgehung auf der ehemaligen Bahnlinie mitten durch die Stadt bleibt für zahlreiche Einwohner eine Fehlplanung. Die Bürgeraktion fordert nach wie vor eine "tatsächliche Entlastung".

"Wir als Bürgeraktion haben das Straßenbauamt, die Bürgermeister, inzwischen mit ihrer Mehrheitsfraktion, 25 Jahre lang vor uns hergetrieben, und es gibt noch immer kein Ende. Die Fachbehördengläubigkeit des Bürgermeisters hat ihn immer wieder, ein ums andere Mal, schlecht aussehen lassen. Dieses Straßenkonzept wird für immer eine Fehlplanung bleiben. Nur eine echte Umgehung ist eine tatsächliche Umgehung, das sagen wir seit 25 Jahren", betonte Horst Gesell, zu Beginn des Jahresversammlung.

180 Mitglieder


Die Bürgeraktion "Mitmachen lohnt - echte Umgehung - tatsächliche Entlastung" hatte in den Gasthof Schmid-Papierer eingeladen. Fast 40 Mitglieder waren gekommen. Laut Angaben der Vereinsführung zählt die Bürgeraktion 180 Mitglieder. "25 Jahre und noch kein Ende", so betitelte Horst Gesell, einer der drei Vorstandssprecher, seinen umfassenden Rückblick. Schon lange sei klar gewesen, dass Waldsassen eine weiträumige Umgehung brauche. Sogar das Verkehrsministerium, das damals noch in Bonn war, habe so einer Umgehung zugestimmt. "Hätte die Stadt dieses Anliegen auch umgesetzt, hätten wir jetzt seit 15 Jahren eine weiträumige Umgehung für damals dreißig Millionen DM", sagte Gesell. Zu den Vorwürfen der Waldzerstörung durch eine solche Trasse meinte er: "Der Wald um Waldsassen schaut so schlimm aus, vor allem unser sogenannter Stadtwald, da wäre eine Umgehungsstraße eine Verschönerung und sie wäre nach 15 Jahren schon längst eingewachsen."

Obwohl alle Experten für eine weiträumige Umgehung gewesen seinen, hätten sich das Straßenbauamt und die Waldsassener CSU nicht dazu bewegen lassen. "Die Fachbehörden haben seit 25 Jahren nur Falsches gesagt und behauptet und die CSU Waldsassen hat alles nur abgenickt", schimpfte Gesell. Er brachte die Feinstaubproblematik als wesentliches Argument, da sie den Menschen schade. "Warum wohl gibt es Städte, die eigene Umweltplaketten schaffen, Umgehungstraßen bauen, wenn Feinstaub nicht gefährlich sein soll?"

Zahlen "Luftnummern"


Nach dem Willen der CSU sei für den Ausbau des Bahndamms überhaupt kein Lärmschutz vorgesehen, behauptete der Sprecher. "Ganz Waldsassen müsste unserer Bürgeraktion dankbar sein, dass diese Planung nicht gekommen ist." Der einzige Druck auf das Straßenbauamt gehe von der Bürgeraktion aus. "Die Bürgermeister und die CSU haben rein gar nichts zu Verbesserungen beigetragen. Wir dagegen haben alles deutlich angesprochen", schloss Horst Gesell.

Ludwig Wolf, weiterer Vorstandssprecher der Bürgeraktion, berichtete vom Schriftverkehr mit Ministerpräsident Horst Seehofer sowie den Ministern Joachim Herrmann und Markus Söder. Ein Thema war der überörtliche Lkw-Verkehr, der täglich durch die Innenstadt rollt. Wolf berichtete von bis zu 1000 Lastwagen und 9000 Autos. "Das sind 30 000 Lkw und 270 000 Pkw monatlich." Alle anderen genannten Zahlen bezeichnete er als Luftnummern.

Durch den weiteren Straßenausbau auf tschechischer Seite werde das Problem noch verstärkt: "Durch Waldsassen wird noch mehr Verkehr fließen als über Schirnding." Dass die Bundesstraße bei Schirnding vierspurig ausgebaut werden solle und für Waldsassen nichts geschehe, nannte Wolf schizophren. Der Sprecher forderte Bürgermeister Bernd Sommer erneut auf, in der Verantwortung für die Stadt zu handeln.

Appell an Bürgermeister


Wolf zeigte sich überzeugt, dass sich mit den kolportierten 40 Millionen Euro auch eine sinnvolle "echte Umgehung" realisieren lasse. Er richtete deshalb einen Appell an den Bürgermeister, endlich eine sinnvolle Lösung für Waldsassen zu erreichen: "Wir als Bürgeraktion unterstützen ihn gerne dabei."

Maria Thomas, weitere Vorstandssprecherin, bat Bürgermeister Bernd Sommer, keine Gerüchte oder gar Fehlinformationen mehr zu verbreiten, wie das heuer beim Besuch der 4. Klasse im Rathaus geschehen sei. Horst Gesell berichte von einem Artikel, erschienen in einer Zeitung im tschechischen Eger, wonach der Bürgermeister davon gesprochen habe, dass durch etwa 30 Gegner eine Verzögerung beim Bau der Waldsassener Umgehung eingetreten sei.
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