44. Münchenreuther Fosnatzuch
Kinder und Narren sagen die Wahrheit

Die "Bruder-Claus- Sisters" aus Neualbenreuth waren ganz schnell ganz nass.
Vermischtes
Waldsassen
09.02.2016
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Die Arzberger Senioren-Sternsinger (links). Ein Schnuller für die narrischen Gäste (Mitte). Musik und ein dreifaches "Michareith Helau."

Es war ein Genuss, wie die Münchenreuther beim 44. Fosnatzuch all das auf dem Präsentierteller servierten, was ihnen in ihren Nachbargemeinden "Kurioses, Lustiges und Deppertes" aufgefallen war. Mit einem Wermutstropfen - es schüttete teilweise in Strömen.

Münchenreuth. Die Zuschauer, kamen voll auf ihre Kosten. Für die, die sich qualifiziert hatten, im Zug, vielleicht gar auf einem Themenwagen, Erwähnung zu finden, hieß es sich schämen und Besserung zu geloben. Auch Fremdschämen war diesmal angebracht. "Trotz anfänglicher Karriere im ,Propaganda-Ministerium' durch den ,Facebookführer' blieben die Anhänger aus und ins Wirtshaus kommen nicht mehr genug, um sie im rechten Winkel aufzustellen."

Kindisch und narrisch


Ansonsten ging es kindisch, manchmal nicht ganz jugendfrei, aber immer ganz narrisch zu, gemäß dem Motto: "Kleine Kinder und Narren sagen die Wahrheit." Die Schlüsselcluberer über sich selbst: "Auch wenn die Kindheit vergeht, unsere Blödheit besteht."

In der Gewichtung der Peinlichkeiten lag heuer die Klosterstadt mit Konnersreuth in etwa auf Augenhöhe. Verwundert waren die Späher des Schlüsselclubs vom "Dinner in Weiß" in Waldsassen. Was für ein besonderes Foto aufgebaut wurde, weckte bei manchen Gedanken an den Ku-Klux-Klan. Wie so oft bei einer guten Idee, hätten sich gleich zahlreiche Nachahmer gefunden. Die Feuerwehr habe eine "Übung in Rot" gehalten, der Waldsassener Pfarrer sich eine "Basilika in Rosa" gewünscht und die CSU zum "Seniorenfasching in Schwarz" eingeladen.

Konnersreuth gleichauf


Aber die Konnersreuther konnten den Klosterstädter Narreteien locker Paroli bieten. Etwa das "besoffene Aschenputtel", das beim Einbruch seinen Schuh zurückgelassen hatte. Ein lustiger Konnersreuther sei auf dem Heimweg von einem Saufgelage recht schwer und müde geworden. Er brach in der Garage seiner Cousine ein und schlief im Auto seinen Rausch aus. Als er ging, ließ er einen Schuh zurück. Die Polizei leitete dann unter dem Motto: "Rucke di guh, Goasdreck im Schuh", eine Großfahndung ein.

Auch die "Konnersreuther Führerscheinprüfung" sorgte für viele Lacher. Edgar Wenisch hatte seine Stammtischfreunde damit überrascht. Alle fielen durch, das stand auch im Neuen Tag. Die Experten des Schlüsselclubs resümierten: "So blöd musst erst mal sein. Erst durchfallen und dann darüber selbst in der Zeitung berichten."

"Die spinnen die Mitterteicher!" Den abgewandelten Obelix-Spruch formulierte Faschingspräsident Alexander Hübner bei der Vorstellung der Teilnehmer so: "Manchmal komme ich mir vor wie in einem Asterix-Comic: Umzingelt von den Narren Denktnix, Machtnix, Weissnix und Kannnix und das Schlimmste daran ist, ich gehöre auch bald dazu, als Erklärnix, weil des Bringtnix!"

Vulkan spuckt Reichtum


Auch Neualbenreuth stand einmal mehr im Fokus der Münchenreuther Spione. Nach Erdwärme und Geld habe man gegraben und einen erloschenen Vulkan gefunden. Doch Bürgermeister Meyer habe schon die Dollarzeichen in den Augen und Visionen parat: "Mensch Meyer - der Vulkan soll Euro speier." "Flüchtlinge flüchten aus Wiesau", so die Schlagzeile auf einem Motivwagen. In der Bürgerversammlung habe der Wiesauer Bürgermeister die Flüchtlingssituation in der Dreifachturnhalle als sehr unbefriedigend eingeschätzt. "Nicht registrierte Flüchtlinge kommen in Wiesau an und eilen gleich wieder zum Bahnhof, verteilen sich gewissermaßen selber weiter." Für die Schlüsselcluberer steht fest: "Flüchtlinge vom Toni verdutzt, gleich den nächsten Zug genutzt" oder: "Lieber weiterrennen, als eine Nacht in Wiesau pennen.

Die Michareither selbst waren wieder mit Kind und Kegel beim Fosnatzuch dabei. Die magische Krabbelgruppe mit Hexen und Zauberern. Die Prinzenkapelle Münchenreuth mit Prinzessin Nicole I. und Prinz Martin II., die Prinzengarde, die Faschingsgirls, der Prinzenwagen und die Indiander-Garde markierten den langen Zug.

Dazwischen unterstützten zahlreiche organisierte Narren aus der Umgebung die Veranstaltung. Unter anderem: Die Stiftländer Jugend- und Blaskapelle aus Waldsassen, der Turnverein Waldsassen, die Stadtkapelle Waldsassen, das Neualbenreuther Männerballett, "Bruder Claus Sisters", die Garde des TSV Neualbenreuth, die Garde der Tursiana Tirschenreuth mit dem Prinzenpaar Saskia I. und Andreas III.

"Fosnatbladl" und Bütt


Wer den Faschingszug Nummer 44 in seiner Tiefe verstehen will, der war gut beraten das "Fosnatbladl" zu erwerben und auch die Büttenrede von Martin "Humml" Hecht, im Anschluss an den Zug, brachte so manches Licht ins Dunkel.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/Bildergalerie
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