Appell an alle Menschen guten Willens

Pater Thomas Mühlberger. Bild: mdk
Vermischtes
Waldsassen
22.03.2016
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Es ging um nichts Geringeres als um den Umgang mit der Schöpfung Gottes, als sich die Umweltbeauftragte des Bistums Regensburg an die zahlreichen Zuhörer im Katholischen Jugendheim wandte. "Laudato Si" lautete der Titel des engagierten Vortrags von Beate Eichinger - ebenso wie die 2015 erschienene Öko-Enzyklika von Papst Franziskus.

Große Aufgabe


Eingeladen hatte die Kreisgruppe Tirschenreuth des Bund Naturschutz (BN), gemeinsam mit dem Katholischen Erwachsenenbildungswerk, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und dem Katholischen Frauenbund. Als Co-Referent fungierte Pater Thomas Mühlberger, Salesianer vom Kloster Fockenfeld.

Nach einer Hinführung zum Thema durch Josef Siller, Leiter der BN-Kreisgruppe, stellte Beate Eichinger die einzelnen Kapitel der Enzyklika vor. Sie richteten sich - das betonte die Referentin immer wieder - an alle Menschen guten Willens. Es gehe darum, die großen Zukunftsaufgaben zur Rettung des umweltgeschädigten Planeten Erde gemeinsam zu lösen. Papst Franziskus wende sich deshalb nicht nur an die Gläubigen der katholischen Kirche. Er richte seinen Appell an alle und stütze sich in seiner Argumentation neben den theologischen Grundsätzen auch auf Erkenntnisse der Wissenschaft, der Klimaforscher und das Grundwissen der Naturvölker.

Deutliche Kritik


Mit deutlichen Worten übe der Papst Kritik an wirtschaftlichen und politischen Machenschaften, die sich als überaus schädlich für die Umwelt erwiesen hätten und zudem einer allgemeinen sozialen Ungerechtigkeit Vorschub leisten würden. Er mahne die Regierungen, Interessenverbände und Technokraten, aber auch jeden Einzelnen, der unverantwortlich und eigennützig den Gaben der Natur Schaden zufüge. Franziskus rufe zu mehr Umweltbewusstsein und Achtsamkeit auf. All denen, die sich bereits für den Erhalt der Schöpfung einsetzen, spreche er Mut zu, sich weiter zu engagieren. Man dürfe nicht aus dem Blick verlieren, dass es sich bei diesen Aufgaben um einen gesamtgesellschaftlichen Prozess handele. Die Würde eines jeden Einzelnen vor Gott stehe auf dem Spiel. Dafür gäbe es zahlreiche Hinweise in den biblischen Schriften und den theologischen Aufrufen der 1980iger Jahre.

Vorbild Fockenfeld


Pater Thomas Mühlberger ging auf die alltägliche Herausforderung der Enzyklika ein. Er berichtete, wie man im Kloster versuche, junge Menschen zu sensibilisieren und mit in die Verantwortung zu nehmen. Eine Vorreiterrolle hätten die Salesianer bereits 2007 übernommen, als sie es erreichten, trotz Denkmalschutz eine Photovoltaikanlage zu installieren. Eine Hackschnitzelheizung sei ein weiterer Baustein zum Umdenken und klimabewussten Handeln.

Getreu dem Ordensgründer Franz von Sales nehme man sich vor, jährlich ein Projekt umzusetzen, das dem Wegbereiter der Spiritualität im Alltag gerecht würde. Die Liebe zur Schöpfung fordere konkrete ökologische Schritte, betonte Mühlberger.
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