Ausbildungsumlage im Baugewerbe als Blaupause für andere Branchen
Betriebe müssen stärker in Fachkräfte investieren

Vermischtes
Waldsassen
11.12.2015
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Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert stärkere Investitionen der Arbeitgeber in die Ausbildung. Nur jeder fünfte Betrieb bilde aus. "Die Arbeitgeber sprechen von Fachkräftemangel, aber mit dieser Ausbildungspolitik schaufeln sie sich ihr eigenes Grab", sagte IG BAU-Sekretär Karl Toth laut Pressemitteilung bei einer Informationsversammlung in Waldsassen. "Die Betriebe müssen in fachlich gut ausgebildete Arbeitnehmer investieren."

Seit nun genau 40 Jahren gebe es am Bau die Ausbildungsumlage: Alle Betriebe beteiligen sich per Umlage daran. 17 Monatsentgelte der Auszubildenden werden vollständig übernommen. "Auf gute Fachkräfte ist jeder Betrieb angewiesen. Es gibt sie aber nicht umsonst." Deshalb sei die Regelung nur gerecht. Von einem Erfolgsmodell sprach Toth. "Alle Beteiligten sind mit dieser sozialpartnerschaftlichen Lösung sehr zufrieden." Die Umlage könne auch anderen Branchen als Blaupause dienen. Im Bereich der Ausbildung im Baugewerbe wirke seit 2014 auch der neue Tarifvertrag zur Übernahme nach der Ausbildung. Danach müssen alle gewerkschaftlich organisierten Azubis, welche bei einem tarifgebundenen Baubetrieb beschäftigt sind, mindestens 4 Monate vor Ablauf des Ausbildungsvertrages mitgeteilt bekommen ob sie übernommen werden oder nicht. Erhält der Azubi keine Mitteilung, muss der Betrieb ihn für mindestens 6 Monate weiterbeschäftigen. Dies bedeute mehr Sicherheit für die Auszubildenden, betonte der Gewerkschafter.

Zur neuen Tarifrente am Bau, welche die Zusatzversorgung am Bau ab Januar 2016 ablöst, bedeute für junge Leute eine höhere Zusatzrente. Für Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr gelte die Besitzstandwahrung. Zur Anschubfinanzierung werde das Urlaubsgeld für 2016 und 2017 von 25 auf 20 Prozent abgesenkt. Dieses Geld fließe aufs Rentenkonto. Laut Toth zahlen die Arbeitgeber in diesen beiden Jahren 3,8 statt 3,2 Prozent des Bruttolohnes, danach werde wieder auf 3,2 gesenkt. (Info-Kasten)
Die Arbeitgeber sprechen von Fachkräftemangel, aber mit dieser Ausbildungspolitik schaufeln sie sich ihr eigenes Grab.Karl Toth
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