Christen verehren geschändeten Heiland
Sternwallfahrt zur Basilika

Bei der Wallfahrt am Sonntag wird der geschändete Heiland in der Basilika besonders verehrt. Bild: kgg
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Waldsassen
22.09.2016
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Der Christus ohne Arme gilt als Symbol für die wehrlose Liebe Gottes. Sie gibt sich ganz und gar hin und lehrt sogar den Feind lieben.

Der "geschändete Heiland" ist am Sonntag, 25. September, zum 10. Mal das Ziel einer Sternwallfahrt der kirchlichen Vereine und Verbände der Pfarrei Waldsassen. Seit 1951 wird der verstümmelte Christus-Korpus, der aus der ehemaligen Wallfahrtskirche von Wies stammt, als Gnadenbild verehrt.

Die Christusfigur erinnert an die eins dramatisch Folgen des zweiten Weltkrieges und an die Jahrzehnte lange Trennung durch den Eisernen Vorhang und die Unterdrückung des christlichen Glaubens im Nachbarland. Hauptzelebrant und Prediger beim Festgottesdienst um 10 Uhr ist Abt Markus Eller OSB von der Abtei Scheyern. Zur gleichen Zeit findet ein Regional-Treffen der Zisterzienser im Kloster statt. Deshalb feiern auch Abtpräses Anselm van der Linde von der Abtei Mehrerau, Vaterabt Andreas Range (Abtei Marienstatt) und Abt Dr. Johannes Müller (Abtei Himmerod) mit. Ebenfalls mit dabei sind die Äbtissinnen der Klöster Thyrnau und Lindenthal sowie der Waldsassener Konvent mit Äbtissin Laetitia Fech.

Musikalisch gestaltet wird der Festgottesdienst vom Basilikachor mit Mozarts Krönungsmesse. Treffpunkte zur Sternwallfahrt sind wie in den vergangenen Jahren auch. Mitglieder des Katholischen Frauenbundes, Vita-Frauen im Frauenbund und Mitglieder der Katholischen Landjugendbewegung Kondrau treffen sich um 9.30 Uhr beim Kreuz Ecke Mitterteicher Straße und Kondrauer Quellenweg. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) trifft sich zum Weggang um 9.45 Uhr bei der zweiten Rosenkranzstation an der Chodauer Straße. Treffpunkt für Kolpingsfamilie und Katholische Landjugend Mammersreuth/Hatzenreuth ist um 9.30 Uhr das Flurkreuz an der Neualbenreuther Straße.

Stadtpfarrer Thomas Vogl lädt Pfarrangehörige aus den jeweiligen Stadtteilen, die weltlichen Vereine und Verbände und Pilger von auswärts ein, sich den Gruppen im Gebet mit anzuschließen. (Hintergrund)

HintergrundAm 6. Februar 1951 reißt an der deutsch-tschechischen Grenze ein Soldatentrupp die Wallfahrtskirche der Ortschaft Wies nieder. Einer der Soldaten bringt aus der abgebrochenen Kirch ein Kreuz, tritt mit dem Fuß darauf und reißt den Christus-Korpus ab, so dass beide Arme des Gekreuzigten abbrechen. Die Holzteile samt Korpus wirft er ins Feuer. Kurz darauf holt er die Figur aus dem Feuer, legt eine Schlinge um den Hals und hängt sie zwischen zwei Baumstämmen in der Straßensperre auf, so dass der Korpus wie an einem Galgen über dem Feuer baumelt. Ein Beamter der bayerischen Grenzpolizei beobachtet dies und, holt die Christusfigur über die Grenze herüber und übergibt diese dem damaligen Stadtpfarrer. Dieser lässt sie in der Kirche zur allgemeinen Verehrung anbringen. (Quelle: Pfarrei Waldsassen)
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