Die Heiligen über Waldsassen

Am Sonntag sind in der Basilika die Tafeln zu sehen, mit denen früher während der Fastenzeit die Schreine der stehenden Ganzkörper-Reliquien verschlossen waren. Über verschiedenen Ansichten von Waldsassen sind idealisierte Heiligen-Darstellungen zu sehen. Bild: kgg
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Waldsassen
05.08.2016
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Die reich geschmückten Skelette frühchristlicher Märtyrer sind wegen des Gerüsts in der Basilika gar nicht zu sehen. Gefeiert werden sie trotzdem - diesen Sonntag.

Hauptzelebrant beim Heilige-Leiber-Fest ist Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner. Seit dem Jahre 1756 darf die Pfarrei Waldsassen das "Heilige-Leiber-Fest" feiern. Von 1688 bis 1756 kamen insgesamt 10 sogenannte Ganzkörper-Reliquien aus den Katakomben Roms sowie weitere Reliquien ins Stiftland, die von den Gläubigen sehr verehrt wurden. Abt Alexander Vogel - er amtierte 1744 bis 1756 - wollte schließlich diese Verehrung mit einem eigenen Fest hervorheben und wandte sich 1755 an den damaligen Generalabt des Zisterzienserordens, Franziskus Trouve in Citeaux.

Er gab am 13. Februar 1756 die Erlaubnis, "ein Fest oder Mitgedenken von den heiligen Martyrern Gratianus, Vitalianus, Alexander, Deodatus, Maximinus, Theodosius, Valentinus, Ursa, Silvanus und Urbanus in den einzelnen Jahren, und zwar am ersten Sonntag im August, im Chor und am Altar, in der feierlichen Form von einer größeren Predigt mit Oktav zu feiern". Wegen der Innenrenovierung der Basilika befinden sich in diesem Jahr die Schreine hinter Gerüsten und einer Einhausung. In der Barockzeit waren diese während der Fastenzeit hinter Verschlusstafeln verborgen. Die vier aufrecht stehenden Katakomben-Heiligen waren mit bemalten Tafeln abgedeckt. Sie zeigen idealisierte Heiligendarstellungen. Zu Füßen dieser Heiligen ist Waldsassen aus verschiedenen Himmelsrichtungen dargestellt.

Diese vier Verschlusstafeln wurden vor vielen Jahren der Stadt übereignet und später ins Stiftlandmuseum zur Aufbewahrung übergeben. Die Museumsleitung ließ diese Tafeln restaurieren und können heute dort von den Besuchern bestaunt werden. Für den kommenden Sonntag werden sie ausgeliehen und in der Basilika beim Festgottesdienst die "verborgenen Märtyrer" vertreten.

Beim Festgottesdienst am kommenden Sonntag um 9.30 Uhr in der Basilika ist Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner Hauptzelebrant und Festprediger. Als Kirchenmusik erklingt die "Missa pro pace" für Chor und Bläser von Christian Matthias Heiß (1967). Um 14 Uhr sind die Gläubigen zur feierliche Reliquienandacht mit Erteilung des Primizsegen durch Neupriesters Thomas Fischer aus Prackendorf eingeladen. Um 17 Uhr wird der Festtag mit einem Orgelkonzert beendet. (Eigener Bericht)
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