Dorferneuerung soll 2018 starten
Neue Impulse für Kondrau

Im Zuge der Dorferneuerung soll unter anderem der Schmiedplatz eine Aufwertung erfahren. Noch vor deren Start wollen einige Kondrauer die Eignung der Fläche als Veranstaltungsort herausstellen: Am 31. Dezember dieses Jahres soll eine Silvesterparty steigen. Bild: jr
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Waldsassen
27.08.2016
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Rund 50 Bürger waren zu der Versammlung in den Gasthof Sommer gekommen. Bild: jr

Kondrau soll attraktiver und damit fit für die Zukunft werden. Bei einer Versammlung kamen jetzt Wünsche und Anregungen für die Dorferneuerung zur Sprache, die 2018 starten könnte.

Kondrau. Was im Zuge des Projekts alles verwirklicht werden könnte, hatten einige Bürger und Vertreter vom Amt für Ländliche Entwicklung bei einem Seminar in Tännesberg erarbeitet. Diese Ergebnisse wurden nun in dieser Woche bei der Zusammenkunft im Gasthaus Sommer einem breiten Publikum vorgestellt. Fast 50 Kondrauer waren der Einladung gefolgt.

Bürgermeister Bernd Sommer erklärte, dass er selbst am 10. und 11. Juni in Tännesberg mit dabei gewesen sei. Neben einer Ideensammlung habe man dort auch Stärken und Schwächen des Dorfes zusammengetragen. "Wir wollen Kondrau fit für die Zukunft machen", nannte der Bürgermeister einen Beweggrund für die Dorferneuerung. Die Ideen sollen besprochen und so weit wie möglich umgesetzt werden. Baudirektor Georg Braunreuther vom Amt für Ländliche Entwicklung erklärte: "Wir befinden uns derzeit in der Vorbereitungsphase der Dorferneuerung, diese bildet die Grundlage für die Anordnung eines Verfahrens." Anhand der Stärken-und-Schwächen-Analyse werde jetzt ein Ortsentwicklungskonzept mit genauer Planung erstellt. Wir wollen den Ort Kondrau nach vorne bringen", betonte Braunreuther und hob hervor, dass den Planern das aktive Mitwirken der Bürger sehr wichtig sei. "Mitdenken, mitmachen und mitgestalten" lauteten die Schlagworte. Nach der Vorbereitungsphase 2016/2017 könnte die Dorferneuerung 2018 eingeleitet und 2019 fertiggestellt sein.

Kritik an Firma Kondrauer


Andreas Riedl ging näher auf die Ergebnisse der Tännesberger Klausur ein. Als Stärke nannte Riedl die intakte Dorfgemeinschaft, Schwächen seien das fehlende Bauland, Leerstände und das Fehlen eines Dorfladens. Kritik sei laut geworden, dass sich die Firma Kondrauer nur wenig mit dem Dorf identifiziere. Hier könnte noch vieles verbessert werden. Festgelegte Ziele der Dorferneuerung seien die Beibehaltung des aktiven Vereinslebens und des Brauchtums, die weitere Stärkung des Miteinanders und des Wir-Gefühls im Dorf, die Beseitigung der Leerstände, die Belebung der beiden zentralen Dorfplätze und die Aufwertung des Schmiedplatzes, das Schließen von Baulücken, die Schaffung eines Dorfladens und der Bau eines Backofens.

Nicht ganz ernst gemeint war ein visionärer Beitrag von Michael Richtmann. Er lud die Zuhörer zu einem Rundgang durch das Dorf im Jahr 2028 ein: "Die Bundesstraße ist jetzt eine Ortsstraße, die Ortsumführung wurde neu gebaut. Wir haben eine weltweit einmalige Biogas-Therme mit Asbach-Bar. Der Glockenturm wurde durch eine Kletterlandschaft aufgewertet. Viele Grünflächen sind entstanden, auch weil leerstehende Gebäude abgebrochen wurden. In der Parkanlage gibt es einen Hochseilgarten, "Flying Fox" ist geplant. Entstanden ist ein Dorfmuseum, es gibt einen Milch-Tankstelle, in der Stiftlandstraße gibt es neue Parkplätze. Unser Ziel ist, aus Kondrau ein Erlebnisdorf zu machen."

Zurück in die Gegenwart brachte die Zuhörer Leonie Wenzel, die sich schon bald neue Impulse für das Dorf wünschte. Mit dazu beitragen soll am 31. Dezember dieses Jahres eine erstmals stattfindende Silvesterparty am Schmiedplatz. "Im Dorf muss sich etwas rühren", sagte Leonie Wenzel. Bürgermeister Bernd Sommer kündigte spontan sein Kommen zu dieser Feier an.

Drei Arbeitskreise


Städteplaner Peter Kuchenreuther rief die Kondrauer auf, sich aktiv einzubringen. Gegründet werden der Arbeitskreis "Dorfgemeinschaft" (Handlungsfelder Dorfgemeinschaft, Tourismus und Image), der AK "Ortsbild" (Gestaltung, Innenentwicklung) und der AK "Landwirtschaft" (Landschaft und technische Infrastruktur). Kuchenreuther verteilte Listen, in denen sich Interessierte eintragen konnten. Die erste Sitzung steht am Montag, 12. September, an, die zweite Sitzung am 10. Oktober. Am Samstag, 22. Oktober, ist ab 10 Uhr eine Ortsbegehung geplant.

Für den Sommer 2017 ist mit dem Abschluss der Vorbereitungsphase eine Präsentation der angestrebten Maßnahmen vorgesehen. Ab 2018 Uhr könnten dann die Arbeiten starten. Die Planer und die versammelten Bürger zeigten sich zuversichtlich, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann.
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