Familie Schnur beendet Engagement beim Weihnachtsmarkt
Palliativmedizin angekommen

Nach 9 Jahren in Folge ist für Familie Schnur Zeit zum Beenden der Aktion.
Vermischtes
Waldsassen
07.05.2016
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"Wenn's am schönsten ist ...", besagt ein Sprichwort, wonach dann etwas beendet werden sollte. Das dachte sich auch Familie Schnur über ihren Verkaufsstand beim Weihnachtsmarkt.

Seit 2007 neun Mal in Folge hat die Familie mit vielen Helfern bei den Weihnachtsmärkten ihren Verkaufsstand zugunsten des Fördervereins für Schwerkranke der Kliniken Nordoberpfalz AG geöffnet - jeweils an zwei Wochenenden, insgesamt vier Tage. Die Aktion half der Familie Schmerz und Trauer nach dem Krebstod der älteren Tochter Julia im Frühjahr 2007 zu überwinden und mit den Vorbereitungen besser durch die Adventszeit zu kommen. "Das alles muss einen Sinn haben", erinnern sich die Eltern noch gut an Julias Worte kurz vor ihrem Tod: Denn für die damals 22-Jährige gab es so eine Einrichtung wie die Palliativstation noch nicht. Sie schenkt austherapierten Patienten Lebensqualität - mit liebevoller Betreuung und Versorgung. Als "Herzensanliegen" bezeichnete die Familie damals die finanzielle Unterstützung des neu gegründeten Fördervereins für Schwerkranke, der sich für den Bau der Palliativstation einsetzte. Die gibt es inzwischen seit acht Jahren, seit neun Jahren war die Familie Schnur am Waldsassener Weihnachtsmarkt präsent. "Unser Ziel ist erreicht" sagten Inge und Hans Schnur und sprechen damit auch für Tochter Sara Kraus und ihren Ehemann Peter. Palliativmedizinische Versorgung sei in der Region angekommen, die segensreiche Arbeit der Palliativstation vielen Oberpfälzern bekannt - auch weil Angehörige dort gepflegt und umsorgt worden sind. Die Entscheidung, keinen Stand am Weihnachtsmarkt mehr anzubieten, war bereits im Februar gefallen: "Es war ein wunderbares Familientreffen", sagen die Schnurs über die vielen Freunde und Angehörigen am Stand. Aber die Lebenssituation habe sich vielfach verändert. Es werde schwerer, die Aktion weiter wie gewohnt durchzuziehen.

Unser Ziel ist erreicht.Inge und Hans Schnur


Rund 70.000 Euro Spenden für den Schwerkranken-Förderverein"Wir brauchen kein Jubiläum", sagt Inge Schnur auf die Frage, warum die Familie nicht noch das eine Mal drauflegt, damit die "10" voll wird. "Wir haben damals selbst angefangen und hören jetzt selbst wieder auf." Ursprünglich sollte nach 5 Jahren Schluss sein. "Aber nun ist nach 9 Jahren Zeit zum Beenden", sagt Hans Schnur. Spenden für den "Schnur-Verein" - so Bürgermeister Bernd Sommer über den Förderkreis und die Verbindung nach Waldsassen - nimmt die Familie weiterhin gerne an. Am Weihnachtsmarkt werden nun Standort und Stand frei. Schön wäre es, wenn das Angebot im Sinne "Spenden für Palliativstation" fortgesetzt würde. Ausrüstung - etwa die Gläser - sowie Rezept für den weißen Glühwein könnten Nachfolger erhalten. "Es hat irre Spaß gemacht", bilanzieren die Schnurs: Durch die Hilfe von Spendern und der Besucher am Stand wurden rund 70 000 Euro an den Förderverein weitergereicht. (pz)
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