Förderverein ringt um Harmonie

Der 1992 maßgeblich von Anton Hart gegründete Förderverein sorgte für den Wiederaufbau der Wallfahrtskirche. Sie war in kommunistischen Zeiten dem Verfall und der Zerstörung preisgegeben. Bild: kgg
Vermischtes
Waldsassen
10.05.2016
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Vor schwierigen Zeiten steht der Förderverein Maria Loreto. Rund um die vorbildlich wiederaufgebaute Wallfahrtskirche ist zwar alles in bester Ordnung, aber die Mitglieder sind sich über den künftigen Vorstand nicht einig.

Ganz im Zeichen der Neuwahl stand die Jahreshauptversammlung des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Wallfahrtskirche Maria Loreto in Altkinsberg/Egerland. Auch im Namen des Vorsitzenden Erwin Sommer hieß seine Stellvertreterin Ulrika Hart die außerordentlich zahlreich erschienenen Loreto-Freunde am Sonntagvormittag in "Zieglers Gaststätte" willkommen, darunter auch die beiden Pfarrer Ferdinand Kohl und Johannes Kiefmann.

Unter den versammelten Mitgliedern waren erstaunlich viele junge Leute, etwa sechs Studenten des Pater-Rupert-Mayer-Gymnasiums in Pullach. Erwin Sommer hatte schon im Vorfeld eine Fortsetzung seiner Tätigkeit wegen seines hohen Alters ausgeschlossen. Aus den Reihen der Versammlung gab es mehrere Vorschläge für die künftige Führungsmannschaft. So forderten etliche Mitglieder mit Luis-Andreas Hart an der Spitze eine Satzungsänderung, wonach es künftig zwei stellvertretende Vorsitzende geben soll.

Nach dem ehrenden Gedenken für die verstorbenen Mitglieder gab Erwin Sommer einen kurzen Jahresbericht. Er erwähnte verschiedene Ausbesserungen, etwa an den Grundmauern beim Wallfahrtsheiligtum Maria Loreto. Hier würden in den nächsten Jahren wohl noch aufwändigere Arbeiten nötig. Der Kassenbericht von Ferdinand Vogl spiegelte eine überaus solide und fundierte Finanzsituation des Vereins wider. Nach dem Revisionsbericht von Wilfried Stingl wurde dem Schatzmeister wie auch dem gesamten Vorstand einmütig Entlastung erteilt.

Die turnusmäßige Neuwahl gestaltete sich schon deshalb schwierig, weil in den vergangenen Wochen von verschiedener Seite neue Mitglieder geworben worden waren, von denen sich auch viele zur Versammlung eingefunden hatten. Der Förderverein zählt aktuell 315 Mitglieder. So ergaben sich etliche Wortmeldungen und Vorschläge bis hin zu einer per Eil-Antrag gewünschten Satzungsänderung, um gegebenenfalls zwei stellvertretende Vorsitzende wählen zu können. Das aber bot vereinsrechtlich zu erheblichen Bedenken Anlass. Bürgermeister Bernd Sommer hatte es in seiner Eigenschaft als Wahlleiter nicht leicht, der Situation gerecht zu werden.

Schließlich sahen es mehrere Diskussionsteilnehmer, unter ihnen auch Dr. Florian Breitling aus München, als ehrenvolle Verpflichtung an, das von Anton Hart (1914 - 2004) mit der Wallfahrtsstätte Maria Loreto geschaffene Lebenswerk samt Vorsitz im Förderverein auch künftig mit einer würdigen wie zukunftsorientierten Persönlichkeit weiterzuführen. Es solle keine Lagerbildung den Verein spalten, sondern Friede und Eintracht weiterhin prägend sein.

Doch darüber konnten die Mitglieder an diesem Sonntag keine Entscheidung fällen. Die angestrebte Satzungsänderung macht eine erneute Mitgliederversammlung nötig. Auch die Neuwahl des Vorstands musste vertagt werden. Damit bleibt die bisherige Vereinsführung mit Erwin Sommer und seiner Stellvertreterin Ulrika Hart kommissarisch im Amt. Man einigte sich darauf, das Problem in einer außerordentlichen Hauptversammlung erneut zu behandeln, um bis dahin gegebenenfalls auch den Entwurf für eine Neufassung der Satzung fachgerecht erarbeiten zu können.

Im Schlusswort betonten die Vorsitzende des Egerer Loreto-Vereins, Alena Kovariková, sowie der etwas später hinzugestoßene Egerer Pfarrvikar Richard-Maria Polak die hohe geistige und religiöse Bedeutung der wiedererstandenen Wallfahrtsstätte. Es gelte, Maria Loreto als Gnadenort in würdiger Form zu erhalten. Er dürfe kein Spielzeug einzelner Kräfte werden. Dabei biete die Gewinnung der neuen Persönlichkeiten für die Führungsebene zweifellos auch neue Perspektiven für eine erfolgreiche Arbeit des Fördervereins.

Mit einem Gebet endete die Versammlung. Am Nachmittag trafen sich die Mitglieder zum Gottesdienst in Maria Loreto, wozu die Kolpingsfamilie Waldsassen wieder eine Fußwallfahrt von Mammersreuth aus anführte.
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