Gründung des Klosters erst 1320 aufgezeichnet
Vorwärts mit Logo und Vorträgen

Vermischtes
Waldsassen
17.10.2016
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Ein tiefer Einschnitt war die Auflösung des Klosters 1803, wodurch eine lange, erfolgreiche Epoche abrupt zu Ende ging. Heute gehe es darum, die mit dem Kloster verbundene einzigartige Kulturlandschaft als Weltkulturerbe zu etablieren, sagte der Historiker Christian Malzer bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen - Stiftland.

In seinem Vortrag zur Geschichte des Klosters behandelte er zunächst die Gründung 1133 mit aus dem thüringischen Kloster Volkenroda gerufenen Zisterziensermönchen. Historie und Legende seien dabei eng verwoben, die Gründungsvorgänge erst um 1320 schriftlich aufgezeichnet worden, erklärte Malzer. Die bedeutsame Funktion an der Nahtstelle zwischen Bayern und dem Egerland basierte schon bald auf der Stellung der Reichsunmittelbarkeit sowie auf der aufstrebenden wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung. Mit den Tochterklöstern in Sedletz, Ossegg, Walderbach und Bronnbach ergaben sich vielfältige Beziehungen.

Der Referent nannte hemmende Einflüsse wie die Hussitenzeit, die Pest, den Landshuter Erbfolgekrieg und die einsetzende Reformation, bis das Kloster um 1570 zum Erliegen kam. Zum Neuanfang 1661 kam es mit Mönchen aus Fürstenfeld. Die Abtei blühte besonders in der Barockzeit mit prächtigen Baudenkmälern auf.

Schon das erste Vereinsjahr war von großer Aktivität geprägt. Kein Wunder, denn das Ziel, der Region zum Titel Welterbe zu verhelfen, ist sehr anspruchsvoll.

Der Förderverein Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen - Stiftland hielt erstmals Rückschau. Vorsitzender Bernd Sommer freute sich, dass eine stattliche Zahl der 57 Mitglieder ins Gästehaus St. Joseph gekommen war. Der Bürgermeister begrüßte die Gemeinde Leonberg als neues Mitglied und wünschte sich, dass weitere Kommunen dem Beispiel folgen.

Nach dem Vortrag von Christian Malzer (eigener Bericht) ließ der Vorsitzende die Aktivitäten seit der Gründungsversammlung im März 2015 Revue passieren. So machte sich der Vorstand Gedanken über ein Logo und die Zusammensetzung eines wissenschaftlichen Beirates. Im Oktober führte eine Delegation Gespräche im Kultusministerium. 2016 besuchten mit Professor Schenk und Dr. Büttner zwei kompetente Personen für das Projekt Welterbe die Klosterstadt. Mit ihnen unternahmen Harald Hertel und Christian Malzer eine Exkursion ins potenzielle Antragsgebiet. Endgültig über das Logo wurde im Juli entschieden. Nils Wittmann erläuterte das von ihm erstellte Logo, in dem die Silhouette der Kapplkirche dominiert und mit dem Schriftzug "Projekt Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen - Stiftland" versehen ist.

Zur Konstituierung des wissenschaftlichen Beirates gab es Fachvorträge und eine Exkursion, die auch nach Tirschenreuth führte. Bürgermeister Franz Stahl hob das großartige Engagement seines Bürgermeisterkollegen Bernd Sommer für die Sache Welterbe hervor. Die Mitgliederwerbung müsse man mit Vorträgen und Besichtigungen noch intensivieren. Äbtissin Laetitia Fech dankte der Stadt und besonders Bürgermeister Bernd Sommer für die Initiative. Das Kloster sei zwar das Herz des Stiftlandes, aber angestoßen von der Stadt gehe die Sache sicher gut voran. "Ich persönlich bin mit meinem Herzen voll dabei", sagte die Äbtissin und empfahl, vom "Kirchturmdenken" wegzukommen.
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