Heilige-Leiber-Fest in Waldsassen
Vorbild und Ansporn

Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner feierte gemeinsam mit Stadtpfarrer Thomas Vogl (links am Altar) und Pfarrvikar Pater Marianus Kerketta (rechts) den Festgottesdienst. Bild: kgg
Vermischtes
Waldsassen
08.08.2016
93
0
 
Basilikachor und Bläser gestalteten mit der "Missa pro pace" unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter den Festgottesdienst. Bild: kgg

"Du bist kein Ersatz wie die vier Abdecktafeln, die heute die hinter dem Gerüst verborgenen Märtyrer vertreten müssen", sagte Stadtpfarrer Thomas Vogl, als er Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner begrüßte.

Mit einem festlichen Gottesdienst feierte am Sonntag die Pfarrei das "Fest der Heiligen Leiber". In Vertretung des zunächst angekündigten Weihbischof Josef Graf war der frühere Generalvikar Hauptzelebrant und Prediger. "Wir sind glücklich darüber, dass du mit uns diesen Gottesdienst feierst", sagte Stadtpfarrer Thomas Vogl an den Dompropst gewandt. Vogl freute sich, dass wieder viele Gläubige dieses schon alte Fest immer wieder mit feiern, dieses auf diese Weise lebendig halten und damit auch Zeugnis geben für den Glauben.

Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner griff zu Beginn seiner Predigt den Text des eingangs von den Gottesdienstbesuchern gesungene Lied auf - "Ihr Freunde Gottes all zu gleich verherrlicht hoch im Himmelreich". Wie er sagte, beschreibe kein anderes Lied so die Märtyrer, die Ordensleute, Männer und Frauen im Himmel droben, die als Heilige hier auf Erden verehrt werden. Geschrieben hat dieses Lied Jesuit Friedrich von Spee. Er habe gegen die dunklen Seiten des Glaubens, den Hexenglauben geschrieben.

Der Himmel auf Erden


"Viele Jahre wurden Menschen verfolgt, weil man glaubte sie seien mit dem Bösen vereint." Friedrich von Spee habe sich mit seiner Schrift gegen die Hexenverbrennung ein Denkmal gesetzt, sagte Gegenfurtner. Ausgehend von dieser Schrift hätten die Baumeister mit ihren barocken Werken beispielhaft den "Himmel auf die Erde geholt" und den Menschen wieder nahe gebracht, sagte der Prediger. Wenn derzeit auch nur der Altarraum glänze, so sei die Basilika von Waldsassen ein Beispiel dafür. Dieses Gotteshaus sei gleichsam eine "Hymne" dafür, dass der Mensch den Himmel erwarten darf.

Man könne es sich heute kaum vorstellen, als nach den Schrecken des 30-jährigen Kriegs, wo ganze Landstriche kaputt waren, sich Menschen aufgerafft haben schöne Kirchen zu bauen als Zeichen ihres Glaubens. "In der christlichen Nächstenliebe wurde dargestellt, was den Glauben ausmacht zu hilfsbedürftigen Menschen", erklärte der Prediger weiter. So habe sich das bauliche und das überirdische vereint.

Durch dunkle Stunden


"Die Heiligen, die als Fürsprecher bei Gott sind, sind für uns Ansporn, dass auch wir so leben wie es Christus verlangt." Alle seien aufgefordert so zu leben, dass sich der Glaube weiter vertiefe und positiv gesehen werde. "Ich darf damit anderen Menschen die frohe Botschaft weiter geben." Mit einer solchen Glaubenseinstellung könne man auch dunkle Sunden und schreckliches überwinden, sagte der Prediger. "Die Märtyrer, die mit ihrem Leben eingestanden sind für ihren Glauben, sollen uns Vorbild und Ansporn für unser eigenes Leben sein."

Basilikachor und Bläser


Basilikachor und Bläser gestalteten die Feier mit der "Missa pro pace" von Christian Heiß unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter. Abgerundet wurde der Festtag der Heiligen Leiber am Nachmittag mit einer Reliquienandacht, bei der am Schluss Neupriester Thomas Fischer aus Prackendorf den Primizsegen spendete.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.