Heiteres mit Musik und Gesang

Sehr gut besucht war der literarisch-musikalische Abend in der Klosteraula. Bild: kro
Vermischtes
Waldsassen
23.11.2016
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Die Neualbenreuther Saitenmusik beeindruckte durch musikalische und gesangliche Klasse. Bilder: kro (2)

Applaus und viele fröhliche Gesichter beim literarisch-musikalische Abend in der Aula des Klosters: Neben dem Pseudotelefonat zwischen Äbtissin Laetitia und dem Heiligen Joseph gab's heitere Anekdoten.

Ludwig Spreitzer, der den Abend für die Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen organisiert hatte, erzählte von seinen Erlebnissen, als er 1963 nach Waldsassen als junger Lehrer kam. "Hier bleibe ich keine Sekunde", so der erste Gedanke damals nach der Ankunft. Inzwischen lebe er, Spreitzer, seit über 50 Jahren in Waldsassen. "Regensburg ist meine Geburtsstadt, aber Waldsassen ist meine Heimat geworden."

Acht lustige Jahre


Spreitzer berichtete von seinen ersten Tagen in Waldsassen und dass er acht Jahre lang in der ehemaligen Pension Gläßel gelebt habe. An jedem der Wochentage gab es immer das gleiche Essen - meist mit Blau- oder Weißkraut. Obwohl er keine Zwiebel wollte, habe ihm die Wirtin immer Zwiebel unters Essen gemischt, aber ihm gegenüber stets betont, dass sie keine Zwiebel reingeschnitten habe. Trotz alledem bekannte Spreitzer: "Ich habe acht lustige Jahre beim Gläßel erlebt".

"Des is niat amol a Lehrer"


Viel zu lachen gab es, als Spreitzer von seinem Aushilfseinsatz an der Dorfschule in Münchenreuth erzählte, nachdem der dortige Oberlehrer Weber krank geworden war. Er trat in die einklassige Schule und wurde prompt von den rund 40 Schülern mit "Guten Morgen Herr Oberlehrer Weber" begrüßt. Als er sagte, er seit Herr Spreitzer und auch kein Oberlehrer, gab es großes Gemurmel: "Des is ja niat amol a richtiger Lehrer." Das Besondere in Münchenreuth: Täglich gab's von Eltern eine Essensverpflegung, so auch "Gschling". Zu Weihnachten bekam er immer eine Gans, "... auch noch viele Jahre danach", erzählt Spreitzer gut gelaunt. Spannend war auch der Einsatz in Falkenberg, als er mit seinem Opel Kadett mit Regensburger Nummer dort ankam: "A Stodterer kummt zu uns. Ab morg'n bist uma sieben dou, du most mit einschürn, damit Kinder niat freisn doun". Früher ist er jedes Wochenende nach Hause, nach Regensburg gefahren, vier Stunden dauerte die Fahrt dorthin, erzählt er. Abschließend bilanzierte er, "schulisch waren hier in Waldsassen paradiesische Zustände. Es war eine Traumzeit, deshalb bin hier auch geblieben". Manfred Brunner las heitere und nachdenkliche Geschichten der unvergessenen Waldsassener Heimatdichterin Barbara Heinrich. Im schönsten Stiftländer Dialekt trug der frühere Grundschule-Rektor etwa "Da alt Hölzl", "Summafraih aaf da Sandgroum" oder "Da Doud" vor. Der Wiesauer Hans G. Lauth las aus eigenen Werken, so etwa "Wenn i mal nimmer bin" oder "Übrig bliem" und "De guate alte Zeit, meist sehr tiefsinnige Werke aus eigener Feder.

Das Neualbenreuther Zwio sorgte mit seinen unverwechselbaren Liedern wie "A Heischreck und a Heischreckin" oder "Bärnauer Bockl" und "Bei da Lind'n" für Aufsehen, ebenso die "Wondrebtaler". Absolute musikalische und gesangliche Klasse präsentierte die Neualbenreuther Saitenmusik. Äbtissin Laetitia dankte abschließend Ludwig Spreitzer für die Organisation des Abends mit Wein und einem besonderen Tee-Adventskalender.
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