Informationen zur Basilika-Renovierung
Größerer Schaden im Kuppelfresko

Stadtpfarrer Thomas Vogl verwies auf den sehr interessanten Band aus der Reihe der Regensburger Bistumsgeschichte. Er ist zum 300. Weihejubiläum der Basilika im Jahr 2004 erschienen und kann für 10 Euro im Pfarrbüro erworben werden. Bild: hfz
Vermischtes
Waldsassen
02.05.2016
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Der sehr gut besuchte Vortrag im Jugendheim-Festsaal gliederte sich in zwei Teile. Zunächst referierte Kunsthistoriker Adolf Mörtl über die Baugeschichte und die folgenden Sanierungsphasen: Die in der Mitte des 18. Jahrhunderts, über mehrere Jahrzehnte im 19. Jahrhundert und schließlich die - älteren Waldsassenern noch bekannte - Innenrenovierung 1956 bis 1958. Obwohl vielfach bei der ehemaligen Klosterkirche von einer Dientzenhofer-Kirche gesprochen wird, kann diese Bezeichnung so nicht geltenVor allem mit dem Stuckateur Giovanni Battista Carlone und dem Maler Johann Jakob Steinfels entstand ein gänzlich anderer Charakter des Kirchenraumes, den man in der Kunstgeschichte mit der Unterscheidung bzw. Entwicklung vom Architekturstuck zum Freskenstuck bezeichnet. Dekorative Ausstattung und Bildprogramme bilden eine Einheit und gaben so der Kirche das heutige Aussehen. Waldsassen ist nach den Worten des Experten ein erstes bedeutendes Beispiel, dass mit der Darstellung der Gründungslegende im Chorraum die Historie Einzug in den Kirchenraum hält. Dies war vorher so nicht der Fall und wird schließlich zu einem Kennzeichen des Barock. Bei allen Renovierungen hatte man sich das überkommene Farbkonzept aus der Erbauungszeit gehalten, aber bereits in der Barockzeit schon mit intensiveren Farbgebungen. Erst die letzte Innenrenovierung schuf mit der Weiß-Fassung eine neue Situation. Im zweiten Teil des Vortragabends stelle die restauratorische Fachbauleitung aus Bamberg die aktuelle Maßnahme vor. Der Leiter des Büros, Harald Spitzner und dessen Mitarbeiter, Herr Kristen, zeigten mit Bildern die Schritte im Arbeitsprozess vor und zeigten dabei sowohl Befunduntersuchungen zu den verschiedenen Fassungen, als Vergleiche zwischen gereinigten Fresken und dem vorherigen Bestand. Beeindruckend waren die Darstellung eines größeren Schadens im Kuppelfresko und dessen restauratorische Behebung.

Ostern 2017 ohne Gerüst


Zum Verlauf der Maßnahme wurde verwiesen, dass die aktuellen Gewerke alle im Zeitplan sind und somit die Basilika an Ostern 2017 gerüstfrei sein wird. Lediglich die hinteren Seitenaltäre müssten vielleicht noch eingerüstet bleiben, da die Maßnahmen für die Ausstattung ein wenig in Verzug sind.

Stadtpfarrer Thomas Vogl verwies auf einen interessanten Band über die Basilika aus der Reihe Regensburger Bistumsgeschichte. Das Buch ist für 10 Euro im Pfarrbüro erhältlich.
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