Innovative Idee
Spritzen-Helfer

Philipp Wanninger (links) mit dem Prototyp der Hightech-Spritze, daneben BioVariance-Geschäftsführer Dr. Josef Scheiber. Bild: pz
Vermischtes
Waldsassen
17.08.2016
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Eine konventionelle Einweg-Kunststoffspritze, darauf provisorisch befestigt ein Elektronik-Bauteil mit Sensoren. Die Injektion-App könnte künftig Probanden und Patienten überwachen.

Die Note 1,0 hat Philipp Wanninger für seine Bachelorarbeit bekommen, außerdem ist die Arbeit beim Senetics Innovation Award prämiert worden. "Das war wirklich ein Glücksfall", freut sich der 30-Jährige, dass er seit März fest zum Team der in der im Gründerzentrum Waldsassen ansässigen Firma BioVariance gehört.

Das junge Unternehmen, gegründet 2013, von Geschäftsführer Dr. Josef Scheiber, befasst sich mit Datenanalysen für die Pharmaindustrie und entwickelt Web-Tools für den Medizin- und Pharmabereich. Jetzt wird Wanningers Bachelorarbeit in der Waldsassener Firma zur Serienreife gebracht. Der Warmensteinacher hat an der Fachhochschule Hof Informatik studiert und ist nach eigenen Angaben interessiert am Medizinbereich. "Elektronische Anwendungen haben mich immer schon fasziniert", sagt Wanninger in Anbetracht seiner innovativen Idee. Sie verknüpft die klassische Spritze mit dem Smartphone. Die Anwendung könnte in der Zukunft den Verlauf von klinischen Studien vor der Markteinführung eines Medikaments positiv beeinflussen.

Miniaturisiert und handlich


"Man kann bessere Medikamente entwickeln, wenn man besser versteht, wie und wann sie eingenommen werden", erklärt dazu Dr. Scheiber. Jetzt wird der Prototyp weiterentwickelt: Die Elektronik soll miniaturisiert, die Hightech-Spritze damit einfach zu handhaben sein und aus hygienischer Sicht unbedenklich werden. BioVariance nutzt dabei ein Förderprojekt im Verbund "Medical-Valley" mit Sitz in Ansbach. Darin sind Biotech- und Medizintechnik-Unternehmen in der Metropolregion Nürnberg zusammengeschlossen. "Dort sind wir auch Mitglied", sagt Dr. Scheiber über seine Firma.

Die Weiterentwicklung soll zusammen mit einem Unternehmen in Hongkong geschehen. Dr. Scheiber und Philipp Wanninger rechnen damit, dass bereits in gut eineinhalb Jahren die Kassenzulassung für die Injektion-App erteilt werden könnte.

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Weitere Informationen: www.biovariance.com

www.enetics.de/innovation_award

Bei Unregelmäßigkeiten Nachricht aufs HandyEin generelles Problem bei Medikamenten-Studien, die häufig bis zu zehn Jahre dauern, ist die zuverlässige "Mitarbeit" von teilnehmenden Patienten und Probanden. Will heißen: Die Präparate werden zur falschen Zeit, nicht korrekt dosiert oder auch gar nicht eingenommen. Wanningers Entwicklung ermöglicht Einspritzwinkel und Dosierung zu messen und drahtlos an einen Tablet-PC zu übertragen. Die auf dem Tablet installierte Software wiederum verwaltet den Medikamentenplan und überträgt die Daten zu einem zentralen Server. Der Leiter der Studie könnte bei "Unregelmäßigkeiten" reagieren - und etwa eine Nachricht aufs Smartphone schicken. (pz)
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